Quest-Knight steht an einer Weggabelung zwischen Sale-Angeboten und einem Abo-Symbol – symbolische Darstellung der Entscheidung zwischen Kauf und Subscription. Passend zum Thema Game Pass

Der Game Pass wird immer teurer. Lohnt er sich überhaupt noch für normale Spieler? Ich habe mir die Preise, den Nutzen und die Alternativen genauer angesehen.

Ich sehe den Game Pass seit Jahren als eine Art Aushängeschild dafür, wie flexibel Gaming inzwischen sein kann. Eine große Bibliothek, viele Indies, gelegentlich starke Neuerscheinungen. Alles steckt in einem einzigen Abo. Doch nach den jüngsten Preiserhöhungen stellt sich mir immer öfter die Frage: Wie viel Wert steckt hier eigentlich noch dahinter?

Abo-StufeMonatlicher PreisJährlicher Preis
Essential9 €108 €
Premium13 €156 €
PC Game Pass15 €180 €
Ultimate27 €324 €

Der Game Pass ist nichts für normale Spieler

Natürlich hat der Game Pass weiterhin seine starken Seiten. Ihr könnt Spiele ausprobieren, ohne sofort 40–80 € in die Hand zu nehmen, und manche Titel entdeckt man nur, weil sie zufällig im Abo gelandet sind. Normale Spieler holen sich aber nur ein oder maximal zwei Spiele pro Monat. Schließlich hat man neben seiner Arbeit vielleicht noch ein ausgewogenes Privatleben und noch andere Dinge um die Ohren. Wenn ihr Mutter oder Vater werdet, wird die Zeit noch kürzer. Oder ihr habt gerade eine neue Frau oder Mann kennengelernt. Es entfallen somit einige Sessions. Selbst für Menschen, die neben der Arbeit nur zocken, lohnt es sich immer weniger.

Thema Game Pass. Müder Gamer sitzt spätabends am Schreibtisch, Controller in der Hand, Uhr zeigt fortgeschrittene Zeit – Symbol für wenig Freizeit im Alltag
Der Tag hat nur 24 Stunden.

Nehmen wir an, ihr liebt RPGs. Viele RPGs weisen eine Spielzeit von 60 bis 100 Stunden+ auf. Selbst, wenn ihr nach 8 Stunden Arbeit jeden Tag neben Haushalt 8 Stunden am Stück spielt, habt ihr vielleicht nach 10 Tagen ein großes RPG durch. Ihr würdet also nur maximal drei Spiele im Monat schaffen, was schon äußerst stark wäre.  Vor allem lohnt sich der Game Pass weniger, wenn die Preise steigen, Day-One-Releases seltener werden und Spiele regelmäßig aus der Bibliothek verschwinden.

Das sagen die Zahlen

Deshalb habe ich mir einmal nüchtern angeschaut, was ihr heute wirklich bezahlt, monatlich wie jährlich. Zudem ist es wirklich interessant, wie viele Spiele ihr spielen müsstet, damit sich ein Abo überhaupt lohnt. Die Zahlen sprechen eine ziemlich deutliche Sprache.

  • Damit sich Essential lohnt, müsstet ihr im Jahr etwa vier bis fünf Spiele durchspielen.
  • Bei Premium sollten es fünf bis sechs Spiele sein.
  • Der PC Game Pass rentiert sich erst ab sechs bis sieben Spielen jährlich.
  • Und Ultimate macht realistisch nur Sinn, wenn ihr acht bis zehn Spiele pro Jahr schafft und Cloud-Gaming wirklich nutzt.

Die Vorteile – und warum sie früher stärker waren

Der Game Pass hat ohne Frage Stärken, die man nicht kleinreden sollte. Für viele von euch ist er bestimmt ein bequemes Entdeckungswerkzeug, um Spiele zu testen, statt sie jedes Mal zu kaufen. Indies profitieren davon enorm, weil sie Sichtbarkeit bekommen, die sie im klassischen Verkaufskampf kaum erreichen würden. Auch die Flexibilität jederzeit zu kündigen und sich monatlich neu entscheiden, ist etwas, das klassische Kaufmodelle nicht bieten.

Doch genau diese Vorteile waren früher bedeutender. Als der Game Pass noch günstiger war und Day-One-Releases häufiger im Abo landeten, hatte man das Gefühl, ständig etwas „gratis“ abzugreifen. Heute ist das anders. Die Bibliothek ist zwar groß, aber weniger exklusiv. Viele Titel kommen erst spät hinein oder verlassen das Abo nach wenigen Monaten wieder. Die einstige Stärke, hoher Wert bei geringem Preis, ist ins Wanken geraten.

Warum der Game Pass für viele Spieler kein gutes Angebot mehr ist

Für mich zeigt sich ein klarer Trend: Der Game Pass wird teurer, während der tatsächliche Nutzen für normale Spieler sinkt. Wenn ihr nur ein bis zwei Spiele pro Monat spielt, steht ihr schnell an einem Punkt, an dem ein einzelner Sale-Kauf günstiger ist, und euch das Spiel dauerhaft gehört.

Illustration von brennendem Geldschein neben Abo-Symbol, als Symbol für ungenutztes Abo und verschwendete Kosten
Achtet immer darauf, ob sich Zeit und Nutzen rentieren.

Dazu kommt der psychologische Nachteil eines Abos. Ihr zahlt weiter, auch wenn ihr gerade gar nichts spielt. Bei einzelnen Käufen entsteht dagegen ein Bewusstsein für Wert. Man nimmt sich eher die Zeit, das Spiel wirklich durchzuziehen. Spiele, die den Game Pass verlassen, bescheren euch ein weiteres Problem: Ihr müsst sie kaufen, wenn ihr sie später weiterspielen wollt. Manchmal sogar teurer als in jedem Sale. Day-One-Highlights, einst ein Lockmittel, sind ebenfalls seltener geworden.

Der Game Pass ist für Vielspieler weiterhin etwas interessant, aber für die breite Masse verliert er spürbar an Attraktivität. Holt euch lieber zwei Spiele im Sale für jeweils 20 bis 30 Euro, und ihr habt eine Weile Ruhe. Erst letztens war ein großer Sale. Wartales war kostenlos spielbar und um 63 % reduziert. Häufig gibt es auch auf Steam große Publisher-Aktionen, die sich wirklich lohnen.

Fazit

Vor etwa fünf Jahren nutzte ich den Game Pass auch für etwa ein Jahr. Ich war kurzzeitig sogar begeistert, ständig neue Dinge auszuprobieren. Vielleicht ist er für einen bestimmten Spielertyp noch immer interessant, aber nicht für mich. Dafür sind mir sowohl die Preise als auch die Inhalte zu unattraktiv.

Für die meisten von euch, die ein oder zwei Spiele pro Monat durchspielen, lohnt sich das Modell heute kaum noch. Sales sind oft günstiger, geben euch echtes Ownership und erzeugen kein Abo-Druckgefühl. Wie seht ihr das? Habt ihr vom Game Pass noch den gleichen Nutzen wie früher, oder ist der Reiz für euch ebenfalls gesunken?

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