Szene aus Rainbow Six Siege mit mehreren Operatoren, die ein Gebäude stürmen, während eine Wand gesprengt wurde und ein Raum gesichert wird.

Was eigentlich ein normaler Login hätte sein sollen, wurde für viele Spieler von Rainbow Six Siege zum Start eines Albtraums.

Rainbow Six Siege wurde durch einen massiven Hack ins Chaos gestürzt. Spieler berichten von Milliarden an In-Game-Währung, plötzlichen Sperren und einem zusammenbrechenden Marktplatz. Auf Reddit schwankt die Community zwischen Trotz, Angst und offenem Hass auf Ubisoft.

Ich habe Siege selbst jahrelang mit Freunden gespielt, und gerade deshalb wirkt es traurig zu sehen, wie groß der Frust inzwischen geworden ist, auch wenn ich nicht jede einzelne Ursache dafür kenne. Der Vorfall trifft Ubisoft zu einem Zeitpunkt, an dem viele Spieler dem Publisher ohnehin immer weniger vertrauen. In meiner früheren Analyse „Ubisoft: Ein Riese ohne Richtung?“ habe ich bereits beschrieben, warum bei vielen Fans das Gefühl entstanden ist, dass dem Konzern eine klare Linie fehlt.

„Ich kaufe einfach alles“ – Trotz und offener Ubisoft-Hass

Während Ubisoft den Vorfall untersucht, reagieren viele Spieler längst auf ihre eigene Art. Ein Reddit-Nutzer erzählt, dass sein Freund sich sofort eingeloggt und den kompletten Shop leergekauft habe, bevor Ubisoft eingreifen konnte. Andere warnen, dass genau dieses Verhalten gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen könnte.

Doch die Antwort darauf ist bezeichnend. Der Spieler erklärt, dass ihm ein möglicher Bann völlig egal sei. Er habe Siege seit 2017 gespielt und über Jahre miterlebt, wie sich das Spiel und die Community seiner Meinung nach verschlechtert hätten. Für ihn sei das frühere Lieblingsspiel zu einem Schatten seiner selbst geworden. Wenn Ubisoft ihn und seinen Freund dafür sperren wolle, nehme er das in Kauf.

Dieser Tonfall zieht sich durch viele Kommentare. Ein anderer Nutzer beschreibt den Zustand von Siege als einen „brutalen, langsamen Absturz“, den es schmerzt, mitanzusehen. Wieder andere reagieren mit bitterem Humor. So feiern einige sogar, dass der Skin-Markt von Rainbow Six Siege ebenfalls kollabiert ist, ähnlich wie zuvor bei Counter-Strike 2. Für sie ist das Chaos eher eine Genugtuung als ein Schock.

Rainbow Six Siege: Banns und wilde Theorien

Parallel dazu wächst die Angst. Einzelne Spieler melden bereits, dass ihre Accounts gesperrt wurden. Auf entsprechende Meldungen reagieren andere nur noch zynisch und sprechen von „Kollateralschaden“. Niemand weiß genau, wie viele dieser Sperren gerechtfertigt sind oder ob sie später wieder zurückgenommen werden.

Dazu kommen Spekulationen. Einige Nutzer stellen die Theorie auf, Ubisoft habe zu viele Mitarbeiter entlassen und sich zu stark auf Automatisierung oder KI verlassen, wodurch interne Systeme leichter angreifbar gewesen seien. Belege dafür gibt es nicht, doch die Vermutung zeigt, wie groß das Misstrauen gegenüber dem Publisher inzwischen ist.

Andere gehen noch weiter und hoffen, dass solche Angriffe zu einer Art Protest gegen aggressive Monetarisierung werden könnten. Doch selbst diese Idee wird sofort relativiert. Ein Rollback würde bedeuten, dass auch ehrlich erspielte oder besonders seltene Items wieder verschwinden. Für viele Spieler wäre das ein zweiter Schlag nach dem Hack.

Am Ende bleibt vor allem Unsicherheit. Niemand weiß, welche Accounts am Ende gesperrt bleiben, welche Fortschritte verloren gehen und wie sauber Ubisoft das Chaos aufräumen kann. Was man aber jetzt schon sieht: Der Hack hat nicht nur die Technik von Rainbow Six Siege getroffen, sondern auch das ohnehin fragile Vertrauen vieler Spieler endgültig erschüttert. Spielt ihr noch Rainbow Six Siege? Was haltet ihr von der gesamten Situation?

Quelle: Reddit

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