The Witcher 3: Wild Hunt gilt für mich als eines der besten Rollenspiele aller Zeiten. Trotzdem gibt es ein Feature, das dem Spiel rückblickend deutlich mehr Tiefe und Immersion verliehen hätte.
Als ich The Witcher 3 vor rund elf Jahren zum ersten Mal gespielt habe, war ich beeindruckt von dem, was CD Projekt Red hier geschaffen hat. Ein stark vernetztes Entscheidungssystem mit spürbaren Konsequenzen, alternative Sequenzen und Ausgänge, hervorragend geschriebene Nebenquests und viele einprägsame Charaktere. Eine Schwäche ist mir jedoch schon damals aufgefallen: das Kampfsystem. Und daran hat sich für mich bis heute wenig geändert.
Auch andere Spiele mit großem Potenzial kämpfen mit ähnlichen Systemfragen. Zuletzt habe ich etwa darüber geschrieben, warum Manor Lords trotz seiner Stärken im Endgame an Tiefe verliert. Eine Idee aus der Community könnte genau dort ansetzen.
Erschöpfung hätte die Kämpfe in The Witcher 3 spannender gemacht
In diesem Dark-Fantasy-Spiel verkörpere ich den Hexer Geralt. Als Mutant verfügt er über übermenschliche Reflexe, erhöhte Kraft und Ausdauer. Zusätzlich kann er Zeichen wirken. Genau hier liegt für mich aber das Problem: Geralt kann diese Zeichen praktisch dauerhaft einsetzen.
Zwar leert sich die Leiste nach einigen Zaubern, doch sie regeneriert sich viel zu schnell. Dadurch verlieren Kämpfe einen Großteil ihrer Spannung. Richtig deutlich wird das bei Quen. Ein Treffer wird einfach absorbiert, man zieht sich kurz zurück und aktiviert den Schutzschild erneut. Dieses Muster funktioniert selbst auf höheren Schwierigkeitsgraden erstaunlich zuverlässig.
Ein konsequentes Erschöpfungssystem hätte das grundlegend verändern können. Wenn Geralt bei übermäßigem Zeicheneinsatz kurz torkeln oder die Kontrolle verlieren würde, entstünde echtes Risiko. Eine deutlich langsamere Regeneration der Zeichen hätte jede Entscheidung im Kampf aufgewertet und das Hexer-Gefühl immens verstärkt.
Tränke und Absude hätten wichtiger sein müssen
Dabei bietet The Witcher 3 mit Tränken und Absuden eigentlich ein starkes Fundament. Sie bringen Vorteile, keine Frage. Doch sie sind selten wirklich notwendig. Fast jeder Kampf lässt sich auch ohne Vorbereitung problemlos bestehen.
Ich hätte mir gewünscht, dass Geralt insgesamt etwas verwundbarer ist und Tränke tatsächlich den Ausschlag geben. Ein System, das Vorbereitung erzwingt, hätte die Alchemie deutlich aufgewertet und Kämpfe abwechslungsreicher gemacht.
Selbst auf dem Schwierigkeitsgrad Todesmarsch bleibt das Spiel oft erstaunlich verzeihend. Hier hätte ich mir gewünscht, dass ich wirklich alle Register ziehen muss, um zu bestehen. Vielleicht gibt es Mods, die genau das nachholen. Trotzdem wäre es für mich die bessere Lösung gewesen, dieses Maß an Konsequenz bereits im Grundspiel zu verankern. Wie seht ihr das? Hätte das Kampfsystem des Hexer-Abenteuers für euch ebenfalls mehr Tiefe und Konsequenz vertragen können?
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