Neue Gameplay-Videos zu Marathon zeigen keine Heldenfantasie, sondern Überleben. Bungie legt offen, wie gnadenlos sich Tau Ceti IV anfühlen soll.
Mit Marathon tastet sich Bungie weiter an die eigene Vision heran. Nach dem ersten großen Trailer folgen nun zwei Videos, die weniger erklären und mehr zeigen. Es geht um Tod, Zusammenarbeit und darum, wie schnell aus Kontrolle Chaos wird.
Bungie ist bekannt dafür, Shooter nicht nur über Waffen zu definieren, sondern über Atmosphäre, Weltbau und Systeme, die ineinandergreifen. Genau deshalb gelten einige ihrer Spiele bis heute als beste Halo-Alternative für Spieler, die mehr als reines Ballern suchen.
Wenn jeder Fehler in Marathon sichtbar bleibt
Der Trailer mit dem bezeichnenden Titel Death Awaits verzichtet auf Zurückhaltung. Hier wird nicht beschönigt, wie schnell ein Lauf enden kann. Ein Moment der Unachtsamkeit, ein Geräusch zu viel, ein Gegner im Rücken und aus dem Jäger wird Beute. Marathon zeigt Szenen, in denen Spieler am Boden kriechen, um Gnade bitten und trotzdem exekutiert werden. Hier herrscht kein Heldentum, sondern nur Konsequenz.
Mir ist der Umgang mit den Rollen aufgefallen. Der Assassin bewegt sich leise durch die Umgebung, sucht Nachzügler, wartet auf Fehler. Gleichzeitig lauern fremdartige Kreaturen in den Arealen, die jede Planung durcheinanderwerfen. Tau Ceti IV wirkt nicht wie eine Arena, sondern wie ein Ort, der nichts verzeiht. Genau dieses Gefühl trägt der Trailer erstaunlich gut.
Zusammenarbeit aus Zweck und nicht aus Vertrauen
Der zweite Trailer schlägt einen anderen Ton an. Hier stehen zwei Runner im Vordergrund, die sich zeitweise mit sogenannten Rooks zusammentun. Rooks agieren eher wie Plünderer, sammeln Beute ohne großes Risiko, sind aber nicht automatisch Verbündete. Allianzen entstehen aus Nutzen und nicht aus Sympathie. Sie können jederzeit enden.
Interessant sind die kleinen Details. PvE-Kommandanten lassen wertvolle Gold-Gegenstände fallen. Proximity-Chat wird leiser, je weiter sich Spieler voneinander entfernen. Wer sich aufteilt, verliert nicht nur Sichtkontakt, sondern auch Kommunikation. Entscheidungen scheinen hier ein großes Momentum zu erzeugen, weil die Folgen uns Spieler unmittelbar treffen.
Mit dem anstehenden Server Slam vom 26. Februar bis 2. März öffnet Bungie die Tür für eigene Erfahrungen. Zwei Karten und erste Fraktionsaufträge sollen reichen, um ein Gefühl für Marathon zu bekommen. Die neuen Trailer machen jedenfalls klar, worum es geht. Nicht um Powerfantasien, sondern um Anspannung. Um Momente, in denen man kurz innehält und merkt, dass man gerade alles verlieren kann. Ich vertraue darauf, dass uns Bungie ein Spiel mit starkem Shooter-Gameplay liefert, allerdings trifft der Stil nicht meinen Geschmack. Wie sieht es bei euch aus?
Quelle: Marathon via YouTube
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