Zwei Überlebende blicken auf eine zerstörte Stadt in einer postapokalyptischen Welt

Spiele wie Fallout haben es in sich. Das Franchise gehört seit Jahrzehnten zu den prägendsten Rollenspielreihen der Gaming-Geschichte. Zerfallene Städte, moralische Entscheidungen und gefährliche Ödlande verleihen der Reihe ihren unverwechselbaren Reiz. Wer ähnliche Endzeitwelten erleben möchte, findet auch abseits der Serie spannende Alternativen.

Nicht jedes Spiel, das eine zerstörte Welt zeigt, fühlt sich automatisch wie Fallout an. Manche Titel setzen stärker auf klassische Rollenspielsysteme mit Dialogen, Entscheidungen und Fraktionen, während andere die Endzeit vor allem über Atmosphäre, Erkundung und intensive Geschichten vermitteln. Die Liste startet deshalb mit Spielen, die sich besonders stark an den klassischen Fallout-Teilen orientieren. Danach folgen größere Abenteuer, darunter auch Story-Shooter, die die Atmosphäre einer zerstörten Welt auf ihre eigene Weise darstellen.

Gegen Ende des letzten Jahres setze ich mich dem Nachfolger der Endzeitserie auseinander. Ein Release zu Fallout 5 scheint selbst nach 2030 noch optimistisch zu sein.

Spiele wie Fallout: Deswegen sind Endzeit-Abenteuer so anziehend

Schon als Jugendlicher beschäftigte mich die Vorstellung, wie unsere Welt aussehen würde, wenn plötzlich alle Regeln und die gewohnte Energieversorgung verschwänden. Es klingt heute vielleicht absurd, aber eine Zeit lang wünschte ich mir dieses Szenario sogar in meinem jugendlichen Leichtsinn. Der Gedanke an unerwartete Abenteuer hatte damals etwas Elektrisierendes.

Doch das wäre kein Videospiel, sondern die harte Realität. Plötzlich könnten Familienmitglieder oder Freunde an Krankheiten und Hunger sterben. Gleichzeitig wäre man Menschen ausgeliefert, die in einer solchen Welt jedes Gewissen verlieren und nur noch nehmen, was sie brauchen.

Trotz all dieser düsteren Seiten faszinieren mich Spiele wie Fallout oder auch entsprechende Serien bis heute. Mich interessiert, wie Menschen in solchen Extremsituationen überleben und wie sie sich dabei verändern. Verliert man seine Menschlichkeit, um bis zum Schluss zu überleben? Oder gelingt es, sich ein Stück der eigenen Seele zu bewahren und trotzdem weiterzumachen?

8 Spiele wie Fallout im Blick

SpielReleasePlattformen
Atom RPG19. Dezember 2018PC (Windows, macOS, Linux), Android, iOS, Nintendo Switch, PS4, Xbox One
Encased7. September 2021PC (Windows)
UnderRail18. Dezember 2015PC (Windows)
Atomfall27. März 2025PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S
STALKER 2: Heart of Chornobyl20. November 2024PC, Xbox Series X|S, PS5
Metro Exodus15. Februar 2019PC, PS4, Xbox One, PS5, Xbox Series X|S, macOS, Linux, Stadia
State of Decay 222. Mai 2018PC, Xbox One
Mad Max1. September 2015PC, PS4, Xbox One, macOS, Linux

Spiele wie Fallout: Atom RPG

Atom RPG gehört zu den Spielen, die sich am deutlichsten an den klassischen Fallout-Teilen orientieren. Das Rollenspiel versetzt euch in eine alternative Version der 1980er-Jahre, in der ein Atomkrieg die Sowjetunion und große Teile der Welt zerstört hat. Zurück bleibt ein raues Ödland voller verfallener Siedlungen, misstrauischer Überlebender und gefährlicher Kreaturen.

Zu Beginn erstellt ihr euren eigenen Charakter und legt fest, welche Fähigkeiten euch durch das Abenteuer begleiten sollen. Attribute und Fertigkeiten beeinflussen nicht nur Kämpfe, sondern auch Gespräche und viele Quests. Manche Konflikte lassen sich mit Gewalt lösen, andere eher mit Überzeugungskraft, Technik oder geschickten Entscheidungen.

Überlebende versammeln sich nachts um ein Feuer in der postapokalyptischen Welt von ATOM RPG
Quelle: AtomTeam

Die Spielwelt führt euch durch abgelegene Dörfer, verlassene Militäranlagen und weite Landstriche voller Gefahren. Immer wieder trefft ihr auf Figuren, die eigene Geschichten erzählen und unterschiedliche Interessen verfolgen. Einige Begegnungen verlaufen friedlich, andere können schnell eskalieren.

Auch die Kämpfe erinnern deutlich an die frühen Fallout-Spiele. Sie laufen rundenbasiert ab und geben euch Zeit, eure Aktionen sorgfältig zu planen. Wer besonders Fallout 1 und 2 mochte, dürfte sich in Atom RPG schnell zuhause fühlen.

Spiele wie Fallout: Encased

Encased führt euch in eine düstere Zukunft, in der eine geheimnisvolle Kuppel von der CRONUS Corporation errichtet wurde. Unter dieser gigantischen Struktur stößt ein Forschungsteam auf seltsame Artefakte und unbekannte Phänomene. Doch das Projekt endet in einer Katastrophe. Nach dem sogenannten „Vorfall“ zerfällt die Ordnung unter der Kuppel, und verschiedene Fraktionen kämpfen um Einfluss in der neuen, gefährlichen Welt.

Zu Beginn entscheidet ihr euch für eine von fünf Abteilungen des Konzerns. Jede davon hat eigene Fähigkeiten und Herangehensweisen. Manche Figuren verstehen sich auf Technik oder Wissenschaft, andere eher auf Verhandlungen oder den direkten Kampf. Diese Wahl beeinflusst, wie ihr euch durch die Geschichte bewegt und welche Möglichkeiten euch in Dialogen oder Konflikten offenstehen.

Gruppe von Überlebenden entdeckt einen verlassenen Zug in der Wüste in Encased
Quelle: Dark Crystal Games

Die Welt von Encased erkundet ihr aus der klassischen isometrischen Perspektive. Dabei trefft ihr auf Siedlungen, verlassen wirkende Anlagen und zahlreiche Gruppen, die unter der Kuppel ihr eigenes Überleben sichern wollen. Gespräche spielen eine große Rolle und eröffnen oft mehrere Wege, mit einer Situation umzugehen.

Kämpfe laufen rundenbasiert ab und verlangen etwas Planung. Neben Waffen und Ausrüstung könnt ihr auch Begleiter rekrutieren, die euch auf euren Streifzügen unterstützen. Wer die alten Fallout-Teile wegen ihrer Entscheidungsfreiheit und der dichten Atmosphäre schätzt, dürfte auch in Encased vieles wiederfinden.

Spiele wie Fallout: UnderRail

UnderRail versetzt euch in eine ferne Zukunft, in der die Erdoberfläche längst unbewohnbar geworden ist. Die letzten Menschen leben tief unter der Erde in einem weit verzweigten Netz aus U-Bahn-Stationen und Tunneln. Diese unterirdischen Siedlungen bilden eine fragile Welt, in der verschiedene Gruppen um Ressourcen, Einfluss und ihr eigenes Überleben kämpfen.

Ihr schlüpft in die Rolle eines Bewohners eines solchen Stationstaats. Was zunächst wie ein gewöhnliches Leben beginnt, führt euch bald mitten in die Konflikte der Fraktionen, die im Underrail um Macht und Kontrolle ringen. Schritt für Schritt erkundet ihr neue Stationen, verlassene Anlagen und gefährliche Tunnelabschnitte, in denen euch nicht nur Banditen, sondern auch seltsame Kreaturen begegnen.

Isometrische U-Bahn-Station mit Zug und Figuren in der Untergrundwelt von UnderRail
Quelle: Stygian Software

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab und verlangen eine gute Planung. Neben klassischen Waffen wie Pistolen, Gewehren oder Messern könnt ihr auch besondere Fähigkeiten einsetzen. Einige Figuren nutzen psionische Kräfte, um Gegner zu manipulieren, elektrische Angriffe zu entfesseln oder Feinde mit mentalen Tricks außer Gefecht zu setzen.

Alternativ lässt sich vielen Situationen auch aus dem Weg gehen. Schleichen, Hacken oder Fallen können euch helfen, Konfrontationen zu umgehen. Wer mit der englischen Sprache kein Problem hat, entdeckt hier ein ungewöhnliches Rollenspiel.

Spiele wie Fallout: Atomfall

Atomfall entführt euch in eine alternative Version Nordenglands, wenige Jahre nach einer nuklearen Katastrophe. Das Spiel greift lose die reale Windscale-Reaktorkatastrophe auf und spinnt daraus eine eigene Endzeitgeschichte. In der abgesperrten Quarantänezone wirkt vieles auf den ersten Blick friedlich: grüne Hügel, kleine Dörfer und ruhige Landschaften. Doch hinter dieser idyllischen Fassade lauern Gefahren.

Beim Erkunden stoßt ihr auf verlassene Anlagen, Bunker und Ruinen, die von unterschiedlichen Gruppen kontrolliert werden. Manche Menschen versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen, andere verfolgen deutlich dunklere Ziele. Immer wieder begegnet ihr skurrilen Figuren, rätselhaften Kulten und Überresten staatlicher Organisationen, die eigene Pläne verfolgen.

Britisches Dorf mit Wegweiser „The Green“ in der Spielwelt von Atomfall
Quelle: Rebellion

Atomfall setzt stark auf Erkundung und das Zusammensetzen von Hinweisen. Gespräche, Fundstücke und kleine Entdeckungen ergeben nach und nach ein größeres Bild davon, was in dieser Region wirklich passiert ist. Entscheidungen beeinflussen dabei, wie sich bestimmte Situationen entwickeln.

Auch das Überleben spielt eine Rolle. Munition und Ausrüstung sind nicht immer leicht zu finden, weshalb ihr häufig improvisieren müsst. Schusswaffen helfen in brenzligen Momenten, doch manchmal bleibt nur der direkte Nahkampf.

STALKER 2: Heart of Chornobyl

STALKER 2: Heart of Chornobyl führt euch in die Sperrzone rund um Tschornobyl, die sich nach einer zweiten Explosion stark verändert hat. In dieser Region gelten eigene Regeln. Mutierte Kreaturen streifen durch verlassene Gebiete, seltsame Anomalien verändern die Umwelt, und verschiedene Fraktionen kämpfen um Einfluss. Wer sich hier hineinwagt, riskiert sein Leben. Meist geschieht das auf der Suche nach seltenen Artefakten.

Ihr übernehmt die Rolle eines sogenannten Stalkers, der die gefährliche Zone erkundet. Die offene Spielwelt umfasst zahlreiche unterschiedliche Orte. Dabei trefft ihr immer wieder auf Gruppen, die natürlich eigene Ziele verfolgen. Manche Begegnungen enden in Gesprächen, andere in Feuergefechten. Das ist eben typisches Endzeitflair.

Verlassener Klassenraum aus der Ego-Perspektive in STALKER 2: Heart of Chornobyl
Quelle: GSC Game World

Das Spiel schmiedet Elemente aus Ego-Shooter, Survival und Rollenspiel. Hunger, Verletzungen oder Strahlung können euch genauso zu schaffen machen wie feindliche Gegner. Auch der Wechsel von Tag und Nacht sowie wechselndes Wetter verändern die Bedingungen während eurer Streifzüge durch die Zone.

Wer Fallout vor allem wegen der düsteren Endzeitstimmung schätzt, dürfte sich hier schnell zurechtfinden. STALKER 2 erzählt seine Geschichte auf eigene Weise, vermittelt aber eine ähnlich bedrückende Atmosphäre, in der jede Expedition ins Unbekannte auch ein Risiko bleibt.

Metro Exodus

Metro Exodus setzt die Geschichte der Metro-Reihe einige Jahre nach dem nuklearen Krieg fort. Während viele Überlebende noch immer in den Tunneln unter Moskau ausharren, wagt eine kleine Gruppe den Schritt an die Oberfläche. Als Artjom brecht ihr mit ihnen auf, um in den Weiten Russlands nach einem neuen Ort zum Leben zu suchen.

Im Gegensatz zu den früheren Teilen führt euch das Spiel nun durch größere, offenere Gebiete. Statt nur durch enge Tunnel bewegt ihr euch durch zerstörte Landschaften, verlassene Dörfer und gefährliche Wildnis. Die Reise erstreckt sich über mehrere Jahreszeiten, wodurch sich auch die Stimmung der Welt ständig verändert. Mal kämpft ihr euch durch sommerliche Ruinen, mal durch eisige Schneelandschaften.

Zerstörtes Dorf mit abgestürztem Hubschrauber in der postapokalyptischen Welt von Metro Exodus
Quelle: 4A Games

Kämpfe lassen sich auf unterschiedliche Weise angehen. Manchmal lohnt sich ein vorsichtiger, leiser Ansatz, in anderen Situationen führt kein Weg an einem offenen Gefecht vorbei. Dabei trefft ihr nicht nur auf menschliche Gegner, sondern auch auf Mutanten, die sich an die verstrahlte Welt angepasst haben.

Zu Metro Exodus möchte ich außerdem etwas Persönliches sagen. Für mich gehört die Atmosphäre der Metro-Reihe zu den stärksten im ganzen Genre. Selbst viele Fallout-Spiele erreichen diese dichte Stimmung für mich nicht ganz. Der dritte Teil öffnet die Spielwelt deutlich stärker als seine Vorgänger, ohne an Intensität zu verlieren. Wer ein konzentriertes Abenteuer sucht, findet hier zudem eine vergleichsweise kompakte Hauptgeschichte von etwa 15 bis 20 Stunden.

State of Decay 2

State of Decay 2 zeigt eine andere Form der Endzeit. Statt einer nuklearen Katastrophe bestimmt hier eine Zombieapokalypse das Geschehen. Die Zivilisation ist zusammengebrochen, und kleine Gruppen von Überlebenden versuchen irgendwo zwischen verlassenen Städten und ländlichen Gebieten ein neues Leben aufzubauen.

Ihr übernehmt die Kontrolle über eine Gemeinschaft von Überlebenden und entscheidet selbst, wie sich eure Gruppe entwickelt. Dabei geht es nicht nur um Kämpfe gegen Untote. Ebenso wichtig ist die Frage, wie ihr eure Basis organisiert, welche Gebäude ihr ausbaut und welche Menschen Teil eurer Gemeinschaft werden.

Überlebender mit großem Rucksack steht vor einem verlassenen Haus in State of Decay 2
Quelle: Undead Labs

Immer wieder brecht ihr zu Expeditionen auf, um Nahrung, Medikamente oder Munition zu finden. Dabei begleitet ihr jeweils einen eurer Charaktere und erkundet die offene Spielwelt auf der Suche nach nützlichen Vorräten. Gleichzeitig muss eure Basis verteidigt werden, denn Zombiehorden können jederzeit auftauchen.

Jede Figur besitzt eigene Eigenschaften und Fähigkeiten, die den Verlauf der Partie verändern können. Manche Überlebende sind besonders nützlich im Kampf, andere eher beim Handwerk oder beim Ausbau der Gemeinschaft.

Wer an Fallout vor allem die Idee einer zerstörten Welt spannend findet, in der Menschen neue Siedlungen aufbauen müssen, findet in State of Decay 2 eine etwas andere, aber dennoch interessante Variante der Endzeit. Kürzlich gab es auch Infos zum Nachfolger. State of Decay 3 bekam ein kleines Update mit größerer Bedeutung.

Mad Max

Mad Max führt euch in ein riesiges Ödland, in dem Treibstoff, Wasser und funktionierende Fahrzeuge über Leben und Tod entscheiden. In dieser Welt zählt vor allem eines: überleben. Als Max streift ihr durch verlassene Regionen, sammelt Schrott und legt euch mit Banden an, die in der Wüste um Ressourcen kämpfen.

Ein großer Teil des Spiels dreht sich um euer Fahrzeug. Immer wieder sucht ihr nach Teilen, um den sogenannten Magnum Opus weiter auszubauen. Neue Motoren, bessere Rüstung oder stärkere Waffen machen euren Wagen nach und nach zu einem echten Überlebenswerkzeug für die gefährliche Welt.

Max kämpft gegen Plünderer in der postapokalyptischen Wüste in Mad Max
Quelle: Avalanche Studios

Neben den Fahrten durch die Wüste erkundet ihr auch verschiedene Lager, Ruinen und alte Anlagen. Dort trefft ihr auf Gegnergruppen, die ihre Gebiete verteidigen. Viele dieser Begegnungen enden in direkten Kämpfen, die stark vom Nahkampf geprägt sind. Max nutzt dabei Schläge, Konter und improvisierte Waffen, um sich durchzusetzen.

Mad Max ist inzwischen schon über zehn Jahre alt, was man beim Blick zurück kaum glauben mag. Die Story gehört für mich nicht zu den größten Stärken des Spiels, was bei Fallout allerdings auch nicht immer der entscheidende Punkt ist. Dafür funktioniert die Action sehr gut. Iinteressant fand ich die Sandstürme, die manchmal durch die Wüste ziehen und wertvollen Schrott oder seltene Beute freilegen.

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