Kriegerin blickt über eine karge Landschaft in Dragon Age II

Viele Rollenspiele versuchen, möglichst viele Spieler zufriedenzustellen. Beim zweiten Dragon-Age-Teil schlug der Hauptautor eine andere Richtung ein.

Der ehemalige Lead Writer der frühen Dragon Age-Spiele, David Gaider, hat erklärt, warum die Begleitfiguren in Dragon Age II so stark polarisieren. In einem Interview mit TheGamer sagte er, dass Gleichgültigkeit für ihn beim Schreiben von Charakteren das größte Problem gewesen wäre.

Ich selbst bin ein großer Dragon-Age-Fan. Dragon Age Origins hat mich damals so stark gefesselt, wie ich es kaum in Worte fassen kann. Selbst die Nachfolger gefielen mir. Allerdings war es beim jüngsten Teil anders. Dragon Age: Veilguard hat für mich ein ganzes Franchise zerstört.

Dragon Age: Figuren sollten starke Reaktionen auslösen

David Gaider wollte, dass Spieler zu jeder Begleitfigur eine klare Haltung entwickeln. Ob sie eine Figur mögen oder ablehnen, spielte dabei keine Rolle. Wichtig sei nur gewesen, dass die Spieler überhaupt reagieren.

Gaider erklärte, dass er beim Schreiben versucht habe, jede Figur aus ihrer eigenen Perspektive vollständig zu verstehen. Wenn ihre Entscheidungen innerhalb ihres Weltbildes logisch erscheinen, funktioniere die Figur, auch wenn die Spieler diese Entscheidungen ablehnen.

Als Beispiele nannte er Charaktere wie Anders oder Loghain, deren Handlungen unter Fans bis heute kontrovers diskutiert werden. Das kann ich selbst nachvollziehen, gerade diese Charaktere haben der Geschichte in meinen Augen ihren Reiz verliehen.

Wichtig sind persönliche Geschichten statt Weltenrettung

Ein weiterer Grund für diesen Ansatz lag in der Struktur von Teil 2. Anders als viele klassische Fantasy-Rollenspiele sollte die Geschichte nicht die gesamte Welt retten. Stattdessen konzentriert sich das Spiel stark auf die Stadt Kirkwall und ihre politischen Konflikte.

Während der Entwicklung stellte sich das Team laut Gaider mehrere grundlegende Fragen: Muss jede Geschichte einen großen Endgegner haben? Muss immer die ganze Welt auf dem Spiel stehen? Die Entwickler wählten eine kleinere, persönlichere Perspektive. Ich persönlich finde diese Wahl oftmals auch besser als eine klassische Heldengeschichte, weil es erfrischend und nicht aufgeblasen wirkt.

Laut Gaider fällt es Spielern leichter, sich für Figuren zu interessieren als für eine fiktive Welt. Deshalb stehen die Begleiter im Spiel stark im Vordergrund. Jede Figur brachte ihren eigenen Blick auf die Ereignisse mit und bot einen anderen Zugang zur Geschichte. Wie denkt ihr über die Charaktere in Dragon Age?

Quelle: GamesRadar

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