Wochenlang auf Valves Freigabe warten, den eigenen Release-Termin verstreichen sehen und den Spielern immer wieder erklären müssen, warum das Spiel noch nicht erscheint. Mehrere Indie-Studios steckten zuletzt genau in dieser Situation. Jetzt zieht Valve die Schrauben bei der Steam-Prüfung an.
Vier Jahre Arbeit, ein festgelegter Veröffentlichungstermin und eine Community, die dem Start entgegenfiebert. Am 3. November 2026 sollte Food Devils endlich auf Steam erscheinen.
Beim neunköpfigen italienischen Studio Daimon blieb der Release-Button an diesem Tag aber grau. Valve hatte das Rollenspiel noch immer nicht freigegeben und das Team musste seinen Spielern erklären, warum der geplante Start ins Wasser fällt.
Daimon ist nicht allein betroffen. Mehrere Indie-Studios berichten derzeit von wochenlangen Wartezeiten bei der Prüfung ihrer Spiele.
Mehr als drei Wochen gewartet und der Release platzt
Food Devils wirft Taktik-Rollenspiel-Elemente, das Roguelite-Genre und ein Restaurantmanagement zusammen. Das Spiel war eigentlich rechtzeitig fertig.
Game Director Alfred Kamon erklärte am 3. November auf Steam, dass sein Team die fertige Version schon am 12. Oktober bei Valve eingereicht hatte. Üblich seien drei bis fünf Arbeitstage. Diesmal vergingen mehr als 20 Tage, ohne dass der letzte Haken gesetzt wurde.
Kamon wandte sich deshalb an den Steam-Support. Eine Antwort kam, nur die Freigabe blieb aus. Am geplanten Veröffentlichungstag konnte er seinen Spielern nicht einmal sagen, wann Food Devils tatsächlich erscheint.
Ähnlich lief es bei anderen kleinen Studios. Das Koop-Spiel Wheel Make It kam erst mehrere Wochen später heraus, nachdem sich die Prüfung seiner Spielversion festgefahren hatte. Bei Cubic Earth platzte der geplante Start ebenfalls. Die Entwickler beklagten danach, dass ein Teil der zuvor aufgebauten Aufmerksamkeit einfach verpufft sei.
Für ein kleines Studio ist so etwas schnell mehr als ein verschobenes Datum im Kalender. Die Presse, die Trailer, die Streamer und die Werbeaktionen werden oft wochenlang auf einen einzigen Tag zugeschnitten. Rutscht dieser Termin plötzlich weg, lässt sich der verlorene Schwung nicht einfach per Knopfdruck zurückholen.
Valve bestätigt den Rückstau und verschärft die Prüfregeln
Valve hat den Rückstau inzwischen selbst bestätigt. Am 3. November teilte das Unternehmen mit, dass in den vergangenen Monaten deutlich mehr Spiele und Shopseiten zur Prüfung eingereicht wurden.
Normalerweise dauert die Kontrolle einer Spielversion drei bis fünf Tage. Momentan müssen Entwickler mit bis zu zwölf Arbeitstagen rechnen.
Ein Teil des Problems entsteht laut Valve schon vor der eigentlichen Prüfung. Manche Studios reichen Builds ein, bei denen grundlegende technische Dinge noch nicht sauber funktionieren. Dann muss das Spiel zurück, nachgebessert und erneut kontrolliert werden.
Valve zieht deshalb die Schrauben an. Bevor ein Build eingereicht werden darf, müssen Entwickler ihr eigenes Spiel künftig mindestens fünf Minuten direkt über Steam starten und testen.
So sollen Fehler auffallen, die beim simplen Start einer EXE leicht durchrutschen. Dazu zählen falsch gesetzte Startoptionen, fehlende Installationsdateien oder Probleme mit benötigten Komponenten wie DirectX.
Auch Erfolge und Cloud-Speicherstände nimmt Valve genauer unter die Lupe.
An weiteren Verbesserungen arbeitet das Unternehmen ebenfalls. Wann die Prüfungen wieder in drei bis fünf Tagen durchlaufen, kann Valve derzeit aber noch nicht sagen.
Verstopfen KI-generierte Spiele die Warteschlange?
Unter den betroffenen Entwicklern kursiert noch eine andere Vermutung. Könnte die wachsende Zahl KI-generierter Spiele Valves Warteschlange zusätzlich verstopfen?
Auch Alfred Kamon hält das für möglich. Er vermutet, dass die Masse solcher Veröffentlichungen normalen Indie-Projekten bei der Freigabe noch mehr Zeit kostet.
Beweisen lässt sich das noch nicht. Beweisen lässt sich das noch nicht. Valve spricht zwar von mehr Einreichungen, gibt KI-generierte Spiele aber nicht als Ursache an. Das Unternehmen verweist stattdessen auf Builds, die wegen technischer Fehler mehrfach durch die Prüfung müssen.
Für ein kleines Studio hilft diese Erklärung am Ende trotzdem nur bedingt. Wer monatelang auf einen bestimmten Release-Tag hinarbeitet, möchte nicht wenige Stunden vorher feststellen, dass Steam noch immer auf die Bremse tritt.
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Quellen: Valve – Steamworks, Studio Daimon – Steam-Mitteilung, Kotaku

