Goddess of Victory: NIKKE – Sechs bewaffnete Charaktere des Anime-Shooters auf einem offiziellen Gruppenbild.

Der PC-Launcher von Goddess of Victory: NIKKE wurde von Hackern manipuliert. Über die offiziellen Spieldateien konnte gefährliche Schadsoftware auf die Rechner der Spieler gelangen.

Wer ein Spiel über den offiziellen Launcher startet, erwartet Updates und Spieldateien. Einen Trojaner eher nicht.

Bei Goddess of Victory: NIKKE konnten manipulierte Dateien bedauerlicherweise über die Server von Publisher Level Infinite auf den eigenen Rechner gelangen. Unbekannte Angreifer hatten dort Dateien verändert, die der Launcher beim Start herunterlädt.

Der Publisher hat den Angriff bestätigt. Für betroffene Spieler ist die Sache eine Murks-Geschichte mit Folgen. Passwörter und persönliche Daten könnten in fremde Hände geraten sein, was alles andere als schön ist.

Hacker hatten den NIKKE-Launcher seit September manipuliert

Die Angreifer waren anscheinend schon seit dem 27. September 2026 im System. An diesem Tag übernahmen sie eine Domain, die für bestimmte Dienste von NIKKE genutzt wurde.

Nur wenige Stunden später hatten sie vier Skriptdateien verändert, die der PC-Launcher über die offiziellen Downloadserver lädt. Darin steckten Befehle, mit denen sich weitere Programme aus dem Netz nachladen ließen.

Am 30. Oktober wurde es dann ernst. Ab diesem Zeitpunkt verteilte sich über die manipulierten Dateien Schadsoftware. Entdeckt wurde der Eingriff erst am 4. November, woraufhin der Betreiber die betroffenen Systeme absicherte.

Niemand musste auf irgendeinen dubiosen Downloadlink klicken oder sich Dateien von einer fragwürdigen Webseite holen. Schon der ganz normale Start des offiziellen NIKKE-Launchers konnte den eigenen Rechner gefährden. Richtig fies, oder?

BleepingComputer hat Teile des Schadcodes untersucht. Die Malware konnte weitere Programme ausführen und möglicherweise sensible Daten auslesen. Es beinhaltet gespeicherte Zugangsdaten, Browserinformationen und Daten aus Kryptowährungs-Wallets.

Wie viele Rechner tatsächlich infiziert wurden, weiß derzeit niemand. Auch für gestohlene persönliche Daten gibt es bisher keine bestätigte Zahl. Level Infinite untersucht den Vorfall noch.

NIKKE: Welche Spieler sind betroffen und was sollten sie tun?

Level Infinite fordert alle Spieler zur Überprüfung auf, die den Windows-Launcher seit dem 27. September 2026 um 8:41 Uhr deutscher Zeit mindestens einmal gestartet haben.

Das bedeutet nicht, dass jeder dieser Computer infiziert wurde. Die Schadsoftware wurde nach offiziellen Angaben erst ab dem 30. Oktober verteilt. Der Betreiber verwendet für seine Sicherheitswarnung jedoch den früheren Zeitpunkt.

Seit dem 5. November steht eine neue Sicherheitsfunktion im PC-Launcher bereit, die nach bekannten Spuren des Angriffs sucht und diese entfernen kann.

So geht ihr bei der Überprüfung vor:

  1. Schließt vor dem Start des aktualisierten Launchers sämtliche geöffneten Browser, darunter Google Chrome.
  2. Startet den offiziellen PC-Client und lasst die integrierte Sicherheitsprüfung durchlaufen.
  3. Wird Schadsoftware entdeckt, erscheint ein Hinweisfenster. Dort könnt ihr der Entfernung der betroffenen Dateien und Einträge zustimmen.
  4. Führt dann einen vollständigen Virenscan mit einer aktuellen Sicherheitssoftware durch. Der Betreiber empfiehlt auch die Offlineüberprüfung von Microsoft Defender.
  5. Ändert vorsorglich die Passwörter eurer auf dem PC verwendeten Konten. Nutzt dafür möglichst ein anderes, sicheres Gerät. Möglicherweise gefährdete Zugangsschlüssel und Tokens sollten ebenfalls ersetzt werden.

Wer den Launcher nicht mehr installiert hat oder lieber selbst nach verdächtigen Dateien suchen möchte, findet auf der offiziellen NIKKE-Webseite eine separate Anleitung unter dem Namen „Manual Security Check Instructions for the PC Launcher“.

Ein unauffälliges Prüfergebnis ist  keine absolute Garantie, dass der Computer frei von jeder Schadsoftware ist. Bei konkreten Anzeichen einer Infektion sollte der Rechner gründlicher untersucht werden.

Die mobilen Versionen für Android und iOS sind nach Angaben des Betreibers nicht betroffen. Wer NIKKE auf dem Smartphone gespielt hat, muss wegen dieses Angriffs keine großen Maßnahmen ergreifen.

Der Publisher entschuldigt sich und nimmt Schadensmeldungen entgegen

In einer ausführlichen Stellungnahme hat Level Infinite die Verantwortung für die Sicherheitslücke übernommen und sich bei den Spielern entschuldigt.

Die manipulierten Dateien seien ausgetauscht und die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen abgeschlossen worden. Nach weiteren Kontrollen erklärt der Publisher die aktuell angebotene Launcher-Version wieder für sicher.

Wer seltsame Aktivitäten auf seinen Konten bemerkt oder finanzielle Schäden vermutet, kann sich an den offiziellen Kundendienst wenden. Dort sollen die Meldungen einzeln untersucht werden.

Für die Zukunft verspricht Level Infinite strengere Sicherheitskontrollen. Externe Dateien, die der Launcher lädt, sollen besser auf Manipulationen geprüft werden.

Wer nach diesem Artikel noch Lebenspunkte übrig hat, findet auf meinem YouTube-Kanal Quest Knight weitere Videos, Shorts und persönliche Eindrücke. Neue Artikel bekommt ihr mit meinem Newsletter direkt ins Postfach. Und vergesst nicht: Immer schön weiterquesten.

Quellen: BleepingComputer, GAME Watch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

TOP