Die Spieleindustrie hat 2025 ihr wahres Gesicht gezeigt. Hinter großen Releases und Zahlen verbirgt sich eine Entwicklung, die viele Spieler inzwischen deutlich spüren.
Wenn ich auf 2025 zurückblicke, denke ich nicht zuerst an große Trailer, Game Awards oder Release-Termine. Ich denke an Studios, die geschlossen wurden. An Entwickler, die plötzlich vor dem Nichts standen. Und an eine Branche, die nach außen glänzte, während sie innen immer lauter knirschte.
Dieses Jahr fühlte sich anders an. Nicht spektakulärer, nicht lauter, sondern ehrlicher. Die Spieleindustrie konnte ihre Widersprüche nicht mehr verstecken. Während Rekordumsätze gemeldet wurden, rollten Entlassungswellen durchs Land. Während Publisher von Wachstum sprachen, verschwanden ganze Teams von der Bildfläche. Und während immer neue Spiele erschienen, fühlte sich vieles davon seltsam vertraut an. 2025 war das Jahr, in dem die Maske gefallen ist.
Hinter den glänzenden Releases steckt ein wirtschaftliches System, das immer stärker auf Abos, Skalierung und Verwertung setzt. Der Game Pass war für viele Spieler 2025 kaum noch ein gutes Angebot.
Spieleindustrie: Die große Illusion vom ewigen Wachstum
Lange Zeit lebte die Spieleindustrie von einer einfachen Geschichte: größer, teurer, erfolgreicher. Jedes Jahr mehr Spieler, mehr Umsatz, mehr Blockbuster. Doch 2025 zeigte, wie brüchig dieses Modell geworden ist. Große Publisher meldeten Milliarden, während gleichzeitig tausende Jobs gestrichen wurden. Studios wurden geschlossen, obwohl ihre Spiele sich gut verkauft hatten. Projekte verschwanden, obwohl sie fast fertig waren.
Nach außen sah alles stabil aus. Nach innen wirkte es, als würde ein System versuchen, sich selbst zu rechtfertigen. Dazu kam eine Entwicklung, die viele von euch bestimmt längst gespürt haben: immer mehr Remaster, Remakes und sichere Marken. Kaum Risiko, kaum neue Ideen. Stattdessen kamen bekannte Namen in neuem Glanz. Für die Branche ist es ein Zeichen von Angst. Wenn ein Markt sich zu sehr auf Vergangenes verlässt, dann nicht, weil es so gut läuft, sondern weil er sich nicht mehr traut, nach vorne zu gehen.
Was viele Spieler und ich suchen
Und trotzdem war 2025 kein schlechtes Jahr für Spiele. Es war ein gutes Jahr für echte Spiele. Für kleine Studios, die etwas wagen. Aber auch für Indies, die wieder zeigen, warum dieses Medium so besonders ist. Für Spiele, die nicht aus einem Business-Plan geboren wurden, sondern aus einer Idee. Einige dieser Spiele habe ich in meiner Liste der besten Indie-Spiele 2025 gesammelt.
Soulslikes, Cozy Games, Story-Experimente, kleine RPGs, sie alle hatten eines gemeinsam: Sie fühlten sich nicht wie Produkte an, sondern wie Werke. Wie Dinge, die jemand machen wollte, nicht musste. Ich beobachtete die Euphorie in vielen Artikeln und Foren. Die Begeisterung entstand nicht bei den größten Budgets, sondern bei den ehrlichsten Spielen. Vielleicht, weil man dort wieder das spürte, was früher selbstverständlich war: dass hinter einem Spiel Menschen stehen, die etwas erzählen, nicht nur verkaufen wollen.
Ein herausragender Kandidat für starke AAA-Spiele ist für mich Kingdom Come: Deliverance II, das sich nicht an moderne Bequemlichkeit anpasst, sondern den Spieler fordert. Wie sehr gerade der Einstieg von bewussten Entscheidungen abhängt, zeige ich in „Kingdom Come: Deliverance II – Diese Skills und Entscheidungen retten euren Start“.
Die Spielindustrie belohnte uns mit starken Spielen
2025 war kein angenehmes Jahr für die Gaming-Welt, zumindest intern. Aber äußerlich wurden wir trotzdem mit starken Spielen belohnt. Kingdom Come: Deliverance II, Clair Obscur: Expedition 33, The First Berserker: Khazan und viele andere zeigten, wie lebendig dieses Medium eigentlich sein kann.
Genau dieser Widerspruch machte das Jahr so seltsam. Während auf dem Bildschirm große Abenteuer liefen, kämpfte die Branche hinter den Kulissen ums Überleben. Es fühlte sich an, als würden zwei Realitäten gleichzeitig existieren: eine, die uns begeisterte, und eine, die immer instabiler wurde. Ich hoffe, dass wir 2026 wieder mehr ausgeklügelte Systeme, lebendige Welten und echte Ideen sehen.
Gaming ist für mich eines der schönsten Hobbys überhaupt, ein Ort, an dem ich abschalten, eintauchen und für ein paar Stunden woanders sein kann. Wie habt ihr 2025 erlebt? Ganz gleich, wie eure Antwort ausfällt: Ich wünsche allen, die das hier lesen, ein ruhiges, gutes und hoffentlich spiel-reiches neues Jahr.
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