Bei Ubisoft Paris bahnt sich neuer Ärger an. Ein geplanter Besuch der Konzernspitze sorgt intern für Widerstand.
Französische Gewerkschaften haben Mitarbeiter von Ubisoft Paris dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen, falls CEO Yves Guillemot das Büro betritt. Hintergrund sind angekündigte Projektstreichungen, ein freiwilliges Abfindungsprogramm für rund 200 Beschäftigte sowie eine umfassende Umstrukturierung des Konzerns. Der Arbeitsstopp ist für einen geplanten Besuch Anfang Februar vorgesehen.
Die aktuellen Entwicklungen fügen sich in ein größeres Bild ein. Bereits im vergangenen Herbst habe ich mich ausführlicher mit der strategischen Lage des Konzerns beschäftigt und gefragt, ob Ubisoft noch eine klare Richtung verfolgt.
Protest richtet sich direkt gegen die Konzernführung von Ubisoft
Der aktuelle Ausruf der Gewerkschaften richtet sich insbesondere gegen Yves Guillemot. In dem verbreiteten Flugblatt heißt es, der CEO sei in den Büros von Ubisoft nicht willkommen, solange er seine Mitarbeiter schlecht behandle. Eine derart direkte Personalisierung ist selbst in der oft konfliktgeladenen Spielebranche ungewöhnlich und zeigt, wie verhärtet die Fronten inzwischen sind.
Bereits im Januar hatten Gewerkschaften zu einem halbtägigen Streik aufgerufen. Damals ging es um angekündigte Umstrukturierungen, Projektstreichungen und Forderungen nach besseren Gehaltsanpassungen sowie dem Erhalt flexibler Arbeitsmodelle. Der nun geplante Arbeitsstopp bei einem CEO-Besuch wirkt wie eine konsequente Eskalation dieser Auseinandersetzung.
Umbau bei Ubisoft verursacht intern Unruhe
Der Protest fällt in eine Phase tiefgreifender Veränderungen innerhalb des Konzerns. Ubisoft hatte zuletzt mehrere Projekte eingestellt und eine umfassende Neustrukturierung angekündigt. Künftig soll die Entwicklung stärker über sogenannte „Creative Houses“ organisiert werden, die jeweils bestimmte Marken und Genres verantworten.
Gleichzeitig bietet das Unternehmen Mitarbeitern am Standort Paris eine freiwillige Trennung an, die faktisch einem Stellenabbau gleichkommt. In Kombination mit den Projektabsagen sorgt dieser Kurs intern offenbar für große Verunsicherung. Die Entscheidung, Beyond Good and Evil 2 trotz der langen Entwicklungszeit weiter zu priorisieren, sorgt bei vielen für Zweifel. Ich teile diese Skepsis.
Vertrauensfrage für Mitarbeiter und Investoren
Auch an der Börse blieb der Umbau nicht ohne Folgen. Nach der Ankündigung der Umstrukturierungen verlor die Ubisoft-Aktie zeitweise deutlich an Wert. Zwar hat sich der Kurs inzwischen leicht stabilisiert, das Vertrauen der Investoren gilt jedoch weiterhin als angeschlagen.
Für Ubisoft entsteht damit eine doppelte Herausforderung: Einerseits muss der Konzern seine strategische Neuausrichtung glaubwürdig vermitteln, andererseits das Verhältnis zur eigenen Belegschaft wieder stabilisieren. Der aktuelle Gewerkschaftsaufruf veranschaulicht für uns, dass dieser zweite Punkt bislang ungelöst ist.
Aus meiner Sicht steht Ubisoft an einem Punkt, an dem Entscheidungen nicht länger vertagt werden können. Zu viele offene Baustellen treffen derzeit aufeinander. Oder wie denkt ihr darüber?
Quelle: GamingBolt
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