Quest-Knight steht nachdenklich vor einer leuchtenden Spielekonsole im warmen Abendlicht

Die Nintendo Switch 2 wirkt 2026 wie eine Konsole mit starkem Ruf, aber unklarem Auftrag. Technisch ist sie besser als die Switch 1, doch der echte Kaufgrund fehlt vielen. Ich frage mich, ob Nintendo gerade zu sehr auf Upgrades und Ports setzt und zu wenig auf Spiele, die eine neue Generation wirklich erklären.

Ich nutze noch immer eine Nintendo Switch der ersten Generation. Nicht, weil ich jeden Abend unbedingt zu ihr zurückkehren muss, sondern weil sie mich durch eine Zeit begleitet hat, die für mich stark mit Nintendo verbunden bleibt. Xenoblade, Pokémon Schwert und Schild, all diese Welten habe ich erlebt und irgendwann auch abgeschlossen. Vor allem Xenoblade Chronicles 2 steht für mich bis heute für das, was die Switch im besten Fall sein konnte. Ein Spiel mit eigenem System, viel Herz, großen Zwischensequenzen und einer Handschrift, die man sofort erkennt. Monolith Soft ist für mich eines der Studios, die Nintendo nicht nur ergänzen, sondern tragen.

Genau deshalb stand die Switch 2 lange auf meiner inneren Wunschliste. Die Idee, alte Favoriten in besserer Qualität nachzuholen, klingt verlockend. Stabilere Bildraten, kürzere Ladezeiten und eine klarere Optik. Doch je länger ich darüber nachdenke, desto mehr schiebt sich eine andere Frage nach vorn. Lohnt sich diese neue Konsole 2026 wirklich, wenn sie mir vor allem ein Upgrade bietet, aber kaum neue Gründe, wieder einzusteigen?

Wenn eine neue Generation starten soll, reicht es nicht, dass Spiele nur schöner aussehen. Sie muss zeigen, wofür sie gebraucht wird. Und genau hier wirkt die Switch 2 auf mich gerade seltsam leer. Nicht weil sie schlecht wäre, sondern weil ihr das fehlt, was Nintendo für mich immer stark gemacht hat. Exklusivität, die nicht wie ein Etikett wirkt, sondern wie eine klare Idee.

Nicht nur Konsolen müssen sich beweisen. Auch Remaster allein schaffen keine Zukunft für Games.

Nintendo Switch 2 – Exklusive Spiele (Stand 2025–2026)

In der folgenden Übersicht finden sich nur Spiele, die ausschließlich für die Nintendo Switch 2 erscheinen oder bereits erschienen sind. Titel wie Pokémon-Legenden: Z-A oder Metroid Prime 4: Beyond, die parallel auf der Switch 1 veröffentlicht wurden, habe ich bewusst ausgelassen.

SpielStatusRelease
Mario Kart Worlderschienen05.06.2025
Nintendo Switch 2 Welcome Tourerschienen05.06.2025
Fast Fusionerschienen05.06.2025
Survival Kidserschienen05.06.2025
Donkey Kong Bananzaerschienen17.07.2025
Drag x Driveerschienen14.08.2025
Hyrule Warriors: Age of Imprisonmenterschienen06.11.2025
Kirby Air Riderserschienen2025
Mario Tennis Feverangekündigt12.02.2026
Pokémon Pokopiaangekündigt05.03.2026
Yoshi and the Mysterious BookangekündigtFrühjahr 2026
Fire Emblem: Fortune’s Weaveangekündigt2026
The Duskbloodsangekündigt2026

Eine neue Konsole ohne klares Versprechen

Die Nintendo Switch 2 ist ohne Zweifel die beste Switch, die Nintendo je gebaut hat. Alles fühlt sich laut vielen Spielern runder an. Spiele laufen stabiler, Ladezeiten sind kürzer, viele Titel sehen sichtbar besser als auf der alten Hardware aus. Wer heute zum ersten Mal in Nintendos Welt einsteigt, bekommt ein technisch solides Gerät, das kaum noch die harten Kompromisse der ersten Switch macht.

Doch genau hier beginnt das eigentliche Problem. Eine neue Konsole ist mehr als ein besseres Gehäuse für alte Spiele. Sie ist ein Versprechen. Die PlayStation 5 steht für große cineastische Produktionen, die Xbox für ein offenes Ökosystem aus Hardware und Abos. Die erste Switch stand für Freiheit, für den Wechsel zwischen Handheld und Wohnzimmer, für Spiele, die sich überall zuhause anfühlten. Aber die Switch 2 dagegen wirkt 2026 vor allem wie eine Fortsetzung, nicht wie ein Neubeginn.

Das wäre kein Nachteil, wenn diese Fortsetzung eine eigene Identität hätte. Doch im Moment definiert sich die Konsole vor allem darüber, was sie besser kann als die alte Switch, nicht darüber, was sie neu möglich macht. Viele der Spiele, die auf ihr am besten aussehen, stammen aus einer vergangenen Generation. Sie profitieren von mehr Leistung, aber sie wurden nicht für diese Hardware gedacht. Damit fühlt sich die Switch 2 weniger wie eine Bühne für neue Ideen an, sondern eher wie ein Upgrade, das bestehende Erlebnisse etwas veredelt.

Gerade bei Nintendo wiegt das schwer. Diese Firma hat ihre Konsolen immer über Spiele erklärt. Zelda, Mario, Metroid oder Xenoblade waren nie nur Titel im Katalog, sondern der Grund, warum man ein bestimmtes Gerät überhaupt besitzen wollte. Wenn diese Rolle heute fehlt oder nur schwach ausgefüllt wird, verliert selbst starke Hardware einen Teil ihres Wertes.

Nintendo Switch 2: Wenn Exklusivität nur noch ein Wort ist

Der größte Unterschied zwischen einer neuen Konsole und einem einfachen Hardware-Upgrade zeigt sich nicht in der Auflösung oder in den Ladezeiten, sondern in den Spielen. Exklusive Titel sind das, was einer Plattform ihre Bedeutung gibt. Sie sagen nicht nur, was auf einer Konsole läuft, sondern wofür sie existiert. Bei der Switch 2 ist genau dieser Punkt 2026 überraschend schwach ausgeprägt.

Viele der bekanntesten Spiele auf der Plattform sind entweder Ports von anderen Systemen oder überarbeitete Fassungen älterer Switch-Titel. Sie sehen besser aus, sie laufen stabiler, aber sie fühlen sich nicht neu an. Selbst wenn Nintendo eigene Marken veröffentlicht, wirken diese oft wie Erweiterungen eines bestehenden Katalogs, nicht wie der Start einer neuen Ära. Es fehlt dieses eine Spiel, das sagt: Das hier geht nur auf dieser Konsole und nur deshalb musste sie gebaut werden.

Ich bemerke es sehr, weil ich weiß, wozu Nintendo in der Lage ist. Studios wie Monolith Soft haben auf der alten Switch gezeigt, wie viel kreative Kraft in dieser Plattform steckt, wenn man sie ernst nimmt. Xenoblade Chronicles 2 war kein kleines Nischenprojekt, sondern ein Spiel mit eigener Identität, eigenem System und klarer Vision. Projekte geben einer Konsole ihr Gesicht. Sie machen sie unverwechselbar. Auf der Switch 2 suche ich diesen Moment bisher vergeblich.

Das Problem ist nicht, dass Nintendo zu wenige Spiele veröffentlicht. Das Problem ist, dass zu wenige davon sich wie ein echter Grund anfühlen, diese neue Hardware besitzen zu wollen. Wenn ich ein Spiel auch auf anderen Plattformen spielen kann oder wenn es sich wie ein aufpolierter Rückblick anfühlt, dann verliert die Konsole einen Teil ihrer Existenzberechtigung. Exklusivität bedeutet nicht Abschottung, sondern Profil. Und genau dieses Profil wirkt bei der Switch 2 noch erstaunlich unscharf.

Fazit zur Nintendo Switch 2

Die Nintendo Switch 2 ist keine schlechte Konsole. Im Gegenteil, sie ist technisch das, was sich viele von der ersten Switch immer gewünscht haben. Spiele laufen besser, sehen besser aus und fühlen sich insgesamt weniger eingeschränkt an. Wer neu in Nintendos Welt einsteigt, bekommt 2026 ein solides, modernes Gerät mit einer riesigen Bibliothek an guten Spielen. Daran gibt es wenig zu rütteln.

Und trotzdem bleibt bei mir ein leises Unbehagen. Eine neue Generation sollte mehr sein als ein bequemes Upgrade. Sie sollte ein Gefühl auslösen, das sagt: Hier beginnt etwas Neues. Bei der Switch 2 fehlt dieses Gefühl bislang. Zu viele ihrer stärksten Momente stammen aus der Vergangenheit, aus Spielen, die für eine andere Hardware entworfen wurden und hier nur in besserer Form weiterleben.

Vielleicht ist das nur eine Übergangsphase. Vielleicht kommen die Titel, die dieser Konsole ein echtes Gesicht geben, erst noch. Nintendo hat in der Vergangenheit oft bewiesen, dass es Geduld mit seinen Ideen hat. Doch Stand heute wirkt die Switch 2 für mich wie eine Konsole, die auf ihr großes Spiel noch wartet. Stark im Image, solide in der Technik, aber erstaunlich zurückhaltend, wenn es darum geht, wirklich neue Welten zu eröffnen.

Und genau deshalb fällt es mir schwer, sie mir zu kaufen. Nicht aus Enttäuschung, sondern aus einer einfachen Frage heraus, die jede neue Konsole beantworten muss. Warum genau brauche ich dich jetzt?

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