Sci-Fi-Szene aus Mass Effect: Ein Soldat blickt auf eine fremde Landschaft mit riesiger Reaper-Struktur im Sonnenuntergang

Nach dem Ende von Anthem und der Enttäuschung rund um Dragon Age: The Veilguard steht BioWare vor einem Neustart. Eine neue Aussage eines ehemaligen Produzenten macht deutlich, warum Mass Effect 5 noch lange auf sich warten lassen könnte. Außerdem verrät es einiges über das Studio.

BioWare befindet sich an einem kritischen Punkt seiner Geschichte. Während Anthem inzwischen endgültig abgeschaltet wurde und Dragon Age: The Veilguard viele Erwartungen nicht erfüllen konnte, richtet sich der Blick der Fans fast ausschließlich auf das nächste große Projekt: Mass Effect 5. Doch selbst ehemalige Studioverantwortliche bremsen Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr ins All.

Während BioWare heute alles auf eine Karte setzt und um seine Identität ringt, zeigen andere Studios, dass große Rollenspiele auch anders entstehen können. Wie ein junges Team Clair Obscur: Expedition 33 zu einem echten RPG-Hit machte, ist dafür ein spannendes Gegenbeispiel.

Mass Effect 5: Vom Multi-Projekt-Chaos zum Ein-Projekt-Studio

Wie Mike Darrah, ehemaliger Executive Producer bei BioWare und zuletzt an Anthem beteiligt, in einem Interview erklärte, könnte Mass Effect 5 noch „eine lange Zeit“ benötigen. Laut Darrah habe sich BioWare inzwischen bewusst dafür entschieden, alle Ressourcen auf ein einziges Projekt zu konzentrieren.

Früher habe das Studio mehrere Projekte parallel vorangetrieben, die intern um Aufmerksamkeit, Personal und Budgets konkurrierten. Genau dieses Durcheinander hat maßgeblich zu den Problemen rund um Anthem und auch zu den holprigen Entwicklungen früherer Dragon-Age-Iterationen beigetragen. Heute arbeitet BioWare offenbar nahezu vollständig an Mass Effect 5. Es ist ein riskanter, aber nachvollziehbarer Schritt.

Darrah räumt ein, dass ein solch fokussiertes Arbeiten neue Herausforderungen darstellt. Gleichzeitig sei es jedoch eine andere Art von Problem als das Chaos früherer Jahre, in denen mehrere Teams sich gegenseitig ausbremsten.

BioWare ist heute nicht mehr das alte BioWare

Für viele Spieler ist diese Entwicklung schmerzhaft, denn BioWare stand einst für erzählerische Tiefe und echte Entscheidungsfreiheit. Titel wie Mass Effect oder Dragon Age: Origins vermittelten das Gefühl, dass jede Aktion Konsequenzen hat. Doch bereits vor Dragon Age: The Veilguard und Mass Effect: Andromeda verließen zahlreiche prägende Köpfe das Studio. Darunter waren Leute wie Greg Zeschuk, Ray Muzyka, Casey Hudson und eben Mike Darrah selbst.

Auch Autoren, die maßgeblich für die charaktergetriebenen Geschichten verantwortlich waren, gingen über die Jahre verloren. Anfang 2025 berichteten mehrere Quellen, dass BioWare von einst über 200 Mitarbeitern auf weniger als 100 geschrumpft ist. Viele wurden dauerhaft in andere Studios innerhalb von Electronic Arts versetzt. Seit der Übernahme durch EA im Jahr 2007 soll der Publisher zunehmend Einfluss auf kreative Prioritäten genommen haben. Zumindest behauptete dies der ehemalige Hauptautor David Gaider laut GamesRadar.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Dragon Age: The Veilguard wider. Das Spiel erhielt bei Metacritic eine sehr niedrige User-Wertung und wurde von vielen Spielern kritisch aufgenommen. Mechaniken wie nahezu unverwundbare Gefährten nahmen dem Kampfsystem jede taktische Spannung. Zudem wirkten einzelne narrative Schwerpunkte für mich aufgesetzt und standen im Kontrast zur düsteren Grundstimmung, die ich mit der Reihe verbinde. Auch ideologische Elemente und die sprachliche Umsetzung empfand ich als störend, da sie für mich nicht organisch in ein Dark-Fantasy-Rollenspiel passten und eher von der Spielerfahrung ablenkten.

Erst in einigen Jahren wird sich zeigen, was dieser radikale Fokus für Mass Effect 5 wirklich bedeutet. Für BioWare geht es dabei um weit mehr als nur ein weiteres Rollenspiel. Was denkt ihr? Werden sie das Ruder herumreißen? Oder ist das Studio endgültig Geschichte?

Quelle: GamingBolt

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