Ausgerechnet Pferde und Leitern stehen auf der Wunschliste eines ehemaligen Bethesda-Entwicklers ganz oben. Bruce Nesmith, einst leitender Designer von Skyrim, verrät, warum Bethesda ausgerechnet mit diesen beiden Dingen jahrelang zu kämpfen hatte und weshalb The Elder Scrolls 6 es besser machen sollte.
Fast 15 Jahre liegt der Start von The Elder Scrolls 5: Skyrim zurück. Himmelsrand wurde seitdem geplündert, Drachen mussten ins Gras beißen und vermutlich verschwanden mehr Käseräder in Spielerinventaren, als Bethesda jemals zählen könnte. Perfekt war das Rollenspiel trotzdem nicht.
Bruce Nesmith kennt einige dieser Baustellen nur zu gut. Der frühere leitende Designer von Skyrim sprach im Podcast The Examined Game mit Steven Lake über seine Zeit bei Bethesda und darüber, was er bei einem neuen The Elder Scrolls gern anders sehen würde. Das Interview erschien am 4. November 2026.
Als es um The Elder Scrolls 6: Sentinel ging, landete Nesmith schnell bei zwei alten Problemkindern. Pferde und Leitern hätten in früheren Spielen weit mehr Aufmerksamkeit verdient, doch für eine aufwendigere Umsetzung fehlte dem Team damals die Zeit.
Pferde sollen mehr können als nur durch die Gegend laufen
Nesmiths erster Wunsch betrifft die Pferde. In Skyrim dienen sie vor allem dazu, euch schneller von A nach B zu tragen. Viel mehr steckt spielerisch nicht dahinter.
Kämpfe vom Pferderücken kamen zwar nach der Veröffentlichung per Update hinzu, blieben aber recht simpel. Nesmith hätte Reittiere lieber stärker ins Spiel eingebunden.
So könnte ein Pferd selbst in Kämpfe eingreifen, euch unterstützen oder andere Aufgaben übernehmen, statt nur unter euch herzutraben.
Hört sich einfach an, es war für Bethesda aber alles andere als das. Sobald ein Reittier mehr können soll als nur laufen, wird es schnell kompliziert. Dann müssen die Steuerung, die Animationen, die KI und das Kampfsystem zusammenspielen. Das Tier darf euch nicht ständig den Weg versperren, muss auf die Umgebung reagieren und soll sich trotzdem präzise steuern lassen.
Nesmith würde Pferde deswegen stärker ins Spiel einbinden. In The Elder Scrolls 6 könnten sie eigene Aufgaben übernehmen und sich wie ein echter Teil des Abenteuers anfühlen, statt nur schneller von A nach B zu kommen.
Warum man in Skyrim keine richtigen Leitern hochklettern kann
Nesmiths zweiter Wunsch wirkt im ersten Moment fast lächerlich und wirklich klein. Er möchte vernünftig funktionierende Leitern haben. Ja, richtig gelesen.
In Skyrim könnt ihr Treppen hochlaufen, Berge erklimmen und euch an manchen Stellen per Interaktion versetzen lassen. Eine ganz normale Leiter hoch- oder runterzuklettern, gehört dagegen bis heute nicht zum Repertoire des Drachenbluts.
Das nervte nicht nur beim Spielen. Laut Nesmith mussten auch Künstler und Leveldesigner darum herumarbeiten. Mehrstöckige Gebäude und verwinkelte Bereiche ließen sich schwerer bauen, wenn der Spieler Höhenunterschiede nicht einfach per Leiter überwinden konnte.
Das Problem steckt dabei weniger in der Leiter selbst als in allem, was passieren kann, sobald jemand darauf klettert.
Was macht das Spiel, wenn zwei Figuren gleichzeitig dieselbe Leiter benutzen wollen? Wie reagiert ein Gegner auf den Drachenblut-Helden mitten im Aufstieg? Was passiert, wenn ihr getroffen werdet oder auf halber Strecke ins Gras beißt?
Für jede dieser Situationen braucht es Animationen, Regeln und Reaktionen der KI. Aus einer normalen Leiter wird schnell ein kleines technisches Monster. Bethesda steckte die Entwicklungszeit damals lieber in andere Funktionen.
Nesmith weiß selbst nicht, ob The Elder Scrolls 6: Sentinel seine beiden Wünsche erfüllt. Er arbeitet nicht mehr bei Bethesda und spricht hier aus seiner eigenen Erfahrung, nicht im Namen des Studios.
Der Name des kommenden Rollenspiels steht inzwischen fest. Wann wir selbst ausprobieren können, ob Pferde endlich mehr draufhaben und Leitern tatsächlich Leitern sind, hat Bethesda noch nicht verraten.
Wer nach diesem Artikel noch Lebenspunkte übrig hat, findet auf meinem YouTube-Kanal Quest Knight weitere Videos, Shorts und persönliche Eindrücke. Neue Artikel bekommt ihr mit meinem Newsletter direkt ins Postfach. Und vergesst nicht: Immer schön weiterquesten.
Quellen: Insider Gaming | PC Gamer

