DDR5 ist teurer geworden und fühlt sich für viele inzwischen wie eine Eintrittskarte an, ohne die angeblich nichts mehr gehen soll. In vielen Spielen entscheidet aber nicht der RAM-Standard, sondern wo euer System wirklich limitiert.
Wer gerade einen PC-Bau plant oder über ein Upgrade nachdenkt, spürt den Druck in der Regel sofort. DDR5 ist bereits lange angekommen, teuer obendrein, und DDR4 rutscht dabei still in die Rolle des Kompromisses. Gerade in Deutschland wurden bei RAM-Kits starke Preissprünge seit Herbst 2025 dokumentiert, auch wenn es im Februar 2026 erstmals wieder leichte Rückgänge gab und sich ein Plateau abzeichnet.
Trotzdem lohnt sich ein Schritt zurück. Beim Gaming entscheidet selten das Neueste, sondern das Passende. DDR5 kann messbar schneller sein, aber dieser Vorteil landet nicht automatisch dort, wo ihr ihn am meisten bemerkt. Viele Systeme hängen in der Praxis eher an der Grafikkarte, an der CPU-Last einzelner Kerne, an stabilen Frametimes oder an Einstellungen, die die GPU besonders stark belasten. Deshalb bleibt DDR4 in vielen Setups absolut vertretbar, wenn Kapazität und Konfiguration stimmen.
Neben diesen Limits wird ein weiterer Faktor oft unterschätzt, nämlich der Input-Lag. Spiele fühlen sich trotz guter Hardware träge an.
DDR5 tut gerade so weh
Der aktuelle Ärger kommt nicht nur aus Technikforen, sondern aus dem Preisgefühl. ComputerBase zeigt für den deutschen Markt, wie stark RAM-Kits gegenüber September 2025 zeitweise gestiegen sind und dass es im Februar 2026 zwar erste Rückgänge gab, das Niveau aber weiterhin extrem hoch bleibt.
Auch Tom’s Hardware beobachtet in Europa zuletzt sinkende Straßenpreise bei beliebten DDR5-Kits, allerdings nach einem vorherigen Peak, der viele Builds plötzlich deutlich teurer gemacht hat. Das erklärt, warum DDR5 aktuell wie ein Zwang wirkt. Nicht, weil DDR4 plötzlich schlecht wäre, sondern weil der Umstieg ungewohnt teuer ist. Und viele befürchten, dass die Preise wieder weiter explodieren.
Was Benchmarks wirklich sagen
DDR5 hat klare Vorteile bei der Bandbreite und spielt in vielen Tests im Schnitt vorne. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt stark davon ab, wie CPU-limitiert ein Spiel ist, welche Auflösung ihr spielt und welche Bildraten ihr anpeilt.
Der Vorteil kann in der Praxis klein wirken, wenn ein Spiel ohnehin stabil läuft. Und selbst bei eher GPU-lastigen Settings fällt der Abstand je nach Spiel sehr unterschiedlich aus. Manchmal schrumpft er deutlich, manchmal bleibt er überraschend sichtbar.
Selbst wenn die durchschnittliche Bildrate hoch ist, kann sich das Spiel trotzdem unruhig oder hakelig anfühlen. Der Grund liegt oft nicht in der reinen FPS-Zahl, sondern in ungleichmäßigen Framezeiten. Warum Spiele trotz hoher FPS ruckeln und was wirklich hinter Stutter steckt, habe ich ausführlicher erklärt.
Wann DDR4 reicht und wann DDR5 Sinn ergibt
DDR4 reicht oft völlig, wenn ihr genug Kapazität habt, eure Konfiguration stabil ist und ihr im Alltag keine klaren Engpässe spürt. DDR5 lohnt sich eher, wenn ihr sehr hohe Bildraten anpeilt und bewusst im CPU-Limit spielt, oder wenn ihr ohnehin die Plattform wechselt. Bei AMDs AM5 ist DDR5 Pflicht, während Intel je nach Mainboard DDR4 oder DDR5 ermöglicht
Wenn ihr aber aktuell mit DDR4 spielt, keine Probleme habt und euer Upgrade vor allem vom Preisstress getrieben ist, dann ist das oft kein Upgrade, sondern eine Beruhigungskauf-Falle. Gaming belohnt selten das Neueste. Es belohnt Stabilität, saubere Einstellungen und eine sinnvolle Balance aus CPU und GPU. Wartet lieber ab, das ist mein Rat.
Quellen: computerbase und techspot
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