James Bond zielt in 007 First Light mit einer Pistole auf sein Ziel

007 First Light zeigt einen jungen James Bond vor seiner großen Legende. Das Abenteuer ist flott, kompakt und oft sehr unterhaltsam, stolpert aber an einigen Stellen über eigene Schwächen.

007 First Light zeigt für mich im Test, wie stark manche Kategorien ineinanderlaufen können. Auf der einen Seite gibt es epische Action-Momente und spaßige Gameplay-Elemente, grafisch tolle Landschaften und schöne Musikstücke, auf der anderen aber ein paar kleine Schwächen. Ich gehe auf die einzelnen Punkte ein und verrate zur Story nur grob die ersten Stunden, aber auch die nur angeschnitten, um euch nicht zu spoilern.

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Die Story in 007 First Light hat Stärken und Kanten

James Bond ist am Anfang nur ein einfacher, junger Marineluftwaffensoldat. Ich mag den Beginn, weil ich gern Geschichten verfolge, in denen man noch etwas grün hinter den Ohren ist. Es wäre ja auch langweilig, wenn man gleich die absolute Legende wäre, oder? 007 First Light beginnt rau und spannend. James Bond überlebt gerade so einen Helikopterabschuss, indem er ins Meer stürzt. In der Stille des Ozeans können wir mehrmals eine Taste aktivieren, um den Überlebenswillen zu wecken. Das ist in meinen Augen sogar recht episch inszeniert. Langsam bewegen wir uns schleppend am Ufer und sehen uns mit der Gefahr auf der Insel konfrontiert. Kurze Zeit später stehen wir mit dem MI6 in Kontakt. Eine Mitarbeiterin leitet uns für eine wichtige Bergungsmission. Das Ende dieses ersten Auftakt-Kapitels ist episch inszeniert, endet wörtlich mit einem Knall und mit einem atmosphärischen Song von First Light. Der Song wurde von der amerikanischen Sängerin Lana Del Rey gesungen.

James Bond betritt ein Labor mit Wissenschaftlern und brennendem Testaufbau
Quelle: Quest-Knight-Screenshot/ IO Interactive A/S

Aufgrund der Mission hat der MI6 Bond im Auge und er hat die Möglichkeit, an einem harten Ausbildungsprogramm teilzunehmen. James scheut keine Herausforderung. Man merkt frühzeitig, dass er willensstark, aber zugleich auch ein wenig impulsiv ist. Die Trainingsszenen haben mir gefallen, es war so, als würde man mitten in einem Film stecken. Mal kämpfen wir im Nahkampf, schießen, fahren oder sind auf dem Weg zur Flagge. Kurze Zeit später beginnt die erste eigene Mission mit dem Team. Bis hierhin finde ich die Story absolut gelungen. Allerdings schwächelt die Geschichte für mich ein wenig, je länger sie geht. Einige Dinge sind leicht zu erahnen und es gibt kaum große Überraschungen. Außerdem finde ich den Bösewicht ein wenig blass, da hätten sie mehr draus machen können. Trotzdem ist die Handlung solide und hat mich unterhalten, es ist nur eben in meinen Augen kein Thriller-Epos, was mich tagelang grübeln lässt.

Das Gameplay lebt von Gadgets, Action und der Q-Watch

Am meisten hat mir die Q-Watch gefallen. Übrigens könnt ihr damit ganz einfach das Juwel von Jahari bekommen. Diese besondere Uhr erinnert mich an die guten alten Watch-Dogs-Zeiten. Es macht einfach Laune, Gegenstände zu hacken und die Gegner dadurch abzulenken. Ihr könnt später sogar einen kleinen Laser nutzen, um Wachen zu blenden und auszutricksen.

Auch die Kämpfe machen Spaß. Ihr könnt schlagen, greifen, kontern und ausweichen. Je nach Aktion eures Gegners müsst ihr entsprechend reagieren, um keinen Schaden zu erleiden. Es ist wirklich wuchtig und erinnerte mich ein klein wenig an Spiele wie Mad Max oder Marvel’s Spider-Man. Wobei Letzteres natürlich viel komplexer ist und deutlich mehr Kampfaktionen enthält.

James Bond nutzt in 007 First Light seine Q-Watch in einer tropischen Hotelanlage
Quelle: Quest-Knight-Screenshot/ IO Interactive A/S

Auch das Gun-Gameplay ging super von der Hand. Das Trefferfeedback wirkte für mich recht befriedigend und es war ein Genuss, vor allem später die Q-Watch und eine Waffe in brenzligen Situationen zu kombinieren. Übrigens war ich mehrmals gezwungen, neue Waffen auf dem Boden aufzusammeln, weil die Munition recht knapp war. Dieser Realismusgrad erinnerte mich ein klein wenig an die John-Wick-Filme. Auch John Wick war gezwungen, die Waffen seiner Gegner zu nehmen, weil die Munition nicht unbegrenzt ist. So hat man außerdem Abwechslung mit verschiedenen Waffen.

Also ja, das Gameplay gehört für mich zu den größten Stärken von 007 First Light. Beim Testen gefielen mir auch kleine Aktivitäten, wie das Belauschen von anderen Personen, um an neue Informationen zu gelangen.

Schicke Grafik und saubere Technik in 007 First Light

Den Test führte ich auf meiner PS5 durch. Zunächst muss ich den Leistungsmodus loben. Die 60 Bilder pro Sekunde fühlten sich konstant an. Ich bemerkte keinerlei Ruckler oder Probleme. Selbst grafisch sah das Spiel in diesem Modus immer noch exzellent aus. Beim Qualitätsmodus sind die Texturen zwar minimal schärfer, rechtfertigen für mich aber nicht die niedrigere Bildrate. Außerdem fühlte es sich hier etwas schleppender an, was natürlich normal bei 30 Bildern pro Sekunde ist. Ich empfehle euch, das Spiel unbedingt im Leistungsmodus zu spielen. Mit einem schicken 4K-TV sieht das Spiel darauf echt gut aus. Zur Performance auf dem PC kann ich nichts sagen, weil ich nur eine PS5-Version zum Testen bekam.

James Bond fährt in 007 First Light mit einem Geländewagen durch eine sandige Wüstenlandschaft
Quelle: Quest-Knight-Screenshot/ IO Interactive A/S

Kommen wir aber jetzt nochmal gründlich zur Grafik. Die Motion-Capture-Aufnahmen der Schauspieler sind richtig gut. In den meisten Fällen sind die Emotionen überzeugend und detailreich. Einfache Charaktere wirken in der Welt leider noch etwas hölzern, aber das ist bei den meisten Spielen der Fall. Auch die Umgebungstexturen und Landschaften sind wirklich fein ausgearbeitet. Man merkt den Entwicklern von IO Interactive A/S an, dass sie hier viel Energie reingebuttert haben. Alles in allem bin ich sowohl von der Grafik als auch von der Technik größtenteils überzeugt.

Beim Download von 007 First Light auf der PS5 fiel mir übrigens selbst auf, dass die Geschwindigkeit langsam sein kann. Falls ihr ähnliche Probleme habt, findet ihr dazu meinen kurzen Ratgeber zum langsamen PS5-Download. Das Spiel selbst hat damit überhaupt nichts zu tun. Häufig sind es kleine Probleme im Zusammenhang mit dem Router. Manchmal reicht ein kleiner Handgriff aus, um das Problem zu beheben, falls ihr euch für die Technik interessiert.

Englische Sprachausgabe und Atmosphäre heben das Agentengefühl teilweise hervor

Die englische Synchronisation finde ich super. Jedoch muss ich gestehen, dass ich einige Sprecher wegen ihrer Sprechweise schlechter verstanden habe. Zum Glück gibt es deutsche Untertitel. Mich hätte es gefreut, wenn das Spiel mit deutscher Vertonung herausgekommen wäre. Vor allem bei einem Franchise wie James Bond hätte ich das erwartet. In diversen Foren sah ich, dass sich viele Leute das Spiel aufgrund der fehlenden deutschen Vertonung nicht gekauft haben. Ich denke, dass diese Investition seitens IO Interactive A/S kein großes Problem gewesen wäre.

James Bond blickt in 007 First Light auf eine tropische Bucht mit türkisfarbenem Wasser
Quelle: Quest-Knight-Screenshot/ IO Interactive A/S

Die Atmosphäre ähnelt größtenteils einem Agentenabenteuer und weniger einem spannenden Thriller. Zwar gibt es ein paar Situationen, die mich wie in einem Thriller positiv überrascht haben, aber die Anzahl ist recht dünn. Trotzdem gefallen mir viele kleine Momente, wenn wir in Hotelanlagen schleichen oder Leute belauschen. Alles in allem finde ich die beiden Punkte solide, aber nicht überragend.

Infos zum Spiel im Blick

PunktEinschätzung
Umfang und SpielzeitIch lag bei knapp unter 20 Stunden.
MissionsdesignDie Missionen sind recht linear. Vom Aufbau gibt es ähnliche Muster, aber die Schauplätze machen einiges wieder wett.
KI der GegnerBei Ablenkungen ist die KI teilweise zu leicht auszutricksen. In Gefechten reagiert sie aber teils klug und versucht zu flankieren.
CheckpointsHier gab es keinerlei Probleme. Selbst beim Versagen spawnte ich wieder recht nah am letzten Punkt.
SchwierigkeitsgradEs gibt drei Schwierigkeitsgrade. Auf Normal hatte ich kaum Probleme, aber auch hier können wenige Fehler das Ende bedeuten. Insgesamt wirkt das gut ausbalanciert.
WiederspielwertWegen der linearen Geschichte und fehlender verschiedener Enden ist der Wiederspielwert eher gering. Außer, ihr sucht bewusst eine neue Herausforderung.
Bond-GefühlIch kenne die Filme nur teilweise, aber coole Sprüche, typische Musikeinlagen und viel Action sorgen in meinen Augen klar für Bond-Atmosphäre. Manche Sprüche hätten aber mehr Pepp vertragen können.

Die größten Stärken und Schwächen von 007 First Light

PositivNegativ
Starker Einstieg mit epischer InszenierungStory wird später etwas vorhersehbar
Q-Watch bringt spielerische AbwechslungBösewicht bleibt etwas blass
Wuchtige Nahkämpfe und gutes GunplayKeine deutsche Sprachausgabe
Sehr gute Performance im Leistungsmodus auf PS5Qualitätsmodus fühlt sich deutlich träger an
Schöne Landschaften und starke Motion-Capture-SzenenAtmosphäre eher Agentenabenteuer als Thriller-Epos
Knappes Munitionssystem bringt Dynamik in KämpfeEinige Nebenfiguren wirken etwas hölzern

Mein Fazit zu 007 First Light

007 First Light hat mich fast 20 Stunden gut unterhalten. Besonders das Gameplay gehört für mich zu den größten Stärken. Die Q-Watch bringt schöne Abwechslung in die Missionen, das Gunplay geht gut von der Hand und auch die Nahkämpfe fühlen sich angenehm wuchtig an. Dazu kommen schicke Landschaften, eine saubere Technik auf der PS5 und einige wirklich stark inszenierte Momente.

Ganz ohne kleine Narben kommt das Spiel aber nicht davon. Die Story startet spannend, verliert im Verlauf aber etwas an Überraschung. Einige Wendungen sind leicht zu erahnen und der Bösewicht hätte für meinen Geschmack mehr Tiefe vertragen. Auch die fehlende deutsche Sprachausgabe finde ich bei einer Marke wie James Bond schade. Die linearen Missionen erfüllen ihren Zweck, bieten aber keinen besonders hohen Wiederspielwert.

Trotzdem bleibt 007 First Light für mich ein starker Action-Ausflug. Es ist kein Thriller-Epos, das mich tagelang beschäftigt, aber ein rundes, unterhaltsames Agentenabenteuer mit guten Ideen, viel Tempo und einem jungen Bond, den ich gern weiter begleiten würde.

Quest-Knight-Wertung: 85 von 100 Punkten

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