Warhorse Studios arbeitet offiziell an einem Open-World-RPG in Mittelerde. Aber das sind nicht die einzigen erfreulichen Neuigkeiten.
Warhorse Studios hat nach mehreren Gerüchten bestätigt, worüber viele Rollenspiel-Fans zuletzt spekuliert hatten. Das Studio hinter Kingdom Come: Deliverance arbeitet tatsächlich an einem neuen Open-World-RPG in Mittelerde. Zusätzlich befindet sich ein weiteres „Abenteuer“ innerhalb der Kingdom-Come-Reihe in Entwicklung.
Warhorse Studios bestätigt gleich zwei neue Projekte
Warhorse Studios hält noch sämtliche Hinweise hinter einem Vorhang. Mich wundert überhaupt, dass diese Gerüchte bereits jetzt bestätigt wurden. Das Studio erklärte lediglich, dass weitere Informationen folgen sollen, wenn „die Zeit reif ist“.
Die ersten Gerüchte über Warhorses Beteiligung tauchten bereits im März auf. Sie schienen sich auf dasselbe Herr-der-Ringe-Projekt zu beziehen, über das schon im September 2025 berichtet wurde. Damals hieß es, das Abu Dhabi Investment Office beteilige sich angeblich mit rund 100 Millionen Dollar an dem Projekt.
Berichten zufolge soll das neue Spiel sogar mit Hogwarts Legacy konkurrieren. Ebenso gab es zuletzt auch Meldungen über ein weiteres Herr-der-Ringe-Spiel bei Crystal Dynamics. Das schließt allerdings nicht aus, dass mehrere Projekte parallel entstehen.
Interessant wirkt vor allem die Wortwahl. Warhorse spricht offenbar von einem „Mittelerde“-RPG und nicht direkt von einem Spiel zu Der Herr der Ringe. Dadurch wäre auch eine eigenständige Geschichte innerhalb von Tolkiens Welt denkbar.
Mittelerde braucht keine bekannte Hauptfigur
Eine neue, eigenständige Geschichte würde ich sehr begrüßen. Tolkiens Welt besitzt genug Tiefe, um nicht ständig dieselben Figuren und Ereignisse neu aufzuwärmen. Warhorse könnte zum Beispiel einen jungen Knappen in Rohan erzählen. Oder einen Waldläufer, der an den Grenzen alter Reiche aufwächst und langsam in größere Konflikte hineingezogen wird.
Gerade Warhorse hat mit Kingdom Come gezeigt, dass persönliche Geschichten funktionieren können, wenn die Welt glaubwürdig darauf reagiert. Ein Mittelerde-RPG müsste also nicht direkt mit einer großen Rachehandlung beginnen. Eine Suche, eine gefährliche Aufgabe oder ein kleiner Auftrag, der immer größere Kreise zieht, würde vermutlich besser zur Stärke des Studios passen.
Auch beim Kampfsystem könnte Warhorse eine spannende Mitte finden. Das Parade- und Richtungssystem aus Kingdom Come hätte in Mittelerde durchaus Reiz, müsste aber flexibler ausgebaut werden.
Diese Welt lebt von Fantasy, Magie und legendären Kämpfern. Es wirkt dort nicht unglaubwürdig, wenn ein Held fünf bis zehn Orks in einem Gefecht bezwingt. Trotzdem bräuchte das System Grenzen.
Ein überdrehtes Action-System wie in Mordors Schatten würde nicht unbedingt zu Warhorse passen. Spannender wäre ein Kampfsystem, das weiterhin wuchtig bleibt, aber mehr heroische Möglichkeiten zulässt. Besondere Fähigkeiten, taktische Manöver oder seltene magische Elemente könnten genau diesen Unterschied machen.
Auch Kingdom Come könnte historisch größer werden
Neben dem Mittelerde-RPG arbeitet Warhorse auch an einem neuen Kingdom-Come-Abenteuer. Was genau dahintersteckt, bleibt natürlich im Dunkeln.
Persönlich hätte ich mir als historisches Setting die schottischen Unabhängigkeitskriege zur Zeit von William Wallace gut vorstellen können. Das hätte gut zu Warhorses Stärken gepasst: harte Kämpfe, politische Spannungen, rauer Alltag und eine Welt, in der einfache Menschen zwischen großen Machtinteressen zerrieben werden.
Falls das neue Kingdom-Come-Projekt aber näher an Böhmen bleibt, wirken die Hussitenkriege naheliegend. Kingdom Come: Deliverance 2 spielt im Umfeld des böhmischen Konflikts von 1403, also rund um Wenzel IV. und Sigismund. Nur wenige Jahre später spitzt sich in Böhmen alles religiös, politisch und militärisch zu. Jan Hus wird 1415 in Konstanz hingerichtet, Wenzel IV. stirbt 1419, danach eskaliert die Lage in den Hussitenkriegen.
Für Warhorse wäre das ein starkes Fundament. Ein neuer Protagonist könnte als junger Söldner, Stadtbewohner, Bauer, niederer Adeliger oder ehemaliger Soldat in eine Welt geraten, in der nicht mehr nur Adlige gegeneinander kämpfen. Religion, soziale Wut und Machtpolitik würden plötzlich ineinanderbrechen. Dadurch hätte das nächste Kingdom Come mehr Dramatik als zuvor, bliebe aber weiterhin fest auf historischem Boden.
Nach dem Erfolg von Kingdom Come: Deliverance 2 und früheren Aussagen über ein „riesiges, immersives RPG“ dürften die Erwartungen an Warhorse nun ohnehin hoch ausfallen. Das Studio steht plötzlich vor zwei sehr unterschiedlichen Aufgaben: Es muss Mittelerde glaubwürdig neu erzählen und zugleich entscheiden, wie Kingdom Come nach Heinrich weiterleben kann. Welche Theorien habt ihr?
Quelle: Warhorse Studios vis X
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