Hüter in Destiny 2 blickt in einer dunklen Ruine auf gewaltige grünlich leuchtende Strukturen.

Destiny 2 erhält im Juni sein letztes großes Live-Service-Update. Danach will Bungie den Shooter spielbar halten, sich aber auf neue Projekte konzentrieren.

Destiny 2 steht vor einem Einschnitt, den viele Fans zwar kommen sahen, der aber trotzdem schwer wiegt. Bungie hat angekündigt, dass im Juni 2026 das letzte große Live-Service-Update für den Shooter erscheinen soll. Danach bleibt das Spiel zwar spielbar, doch die regelmäßige Weiterentwicklung endet in ihrer bisherigen Form.

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Bungie beendet eine lange Destiny-2-Ära

Destiny 2 erschien 2017 und prägte Bungie über viele Jahre hinweg stärker als jedes andere Projekt. Nach Halo. Raids, Seasons, Erweiterungen, exotische Missionen und ständige Systemumbauten machten den Shooter zu einem der bekanntesten Live-Service-Spiele überhaupt.

Jetzt will Bungie die aktive Entwicklung zurückfahren. Laut offizieller Ankündigung soll das finale große Update am 9. Juni erscheinen. Danach möchte das Studio Destiny 2 in einem Zustand zurücklassen, der Rückkehrern weiterhin einen möglichst angenehmen Einstieg erlaubt.

Für viele Spieler fühlt sich das trotzdem wie ein Abschied an. In der Community mischen sich Enttäuschung, schwarzer Humor und Spekulationen über Bungies Zukunft.

Nach The Final Shape hatten viele Leute gehofft, dass Destiny 2 zumindest noch eine starke zweite Phase bekommt. Stattdessen verlor das Spiel in den vergangenen Monaten an Power. Auch die späteren Inhalte konnten offenbar nicht mehr alle Spieler langfristig halten.

Auf Steam ist Destiny 2 aber nicht komplett verschwunden. Oft sind noch immer rund 14.000 Spieler gleichzeitig aktiv. Die Konsolenzahlen lassen sich öffentlich nicht direkt einsehen, dürften aber weiter eine treue Basis haben.

Die große Frage heißt jetzt Destiny 3

Natürlich denken viele an die Zukunft. Der langjährige Destiny-Streamer Aztecross reagierte auf die Nachricht mit vorsichtigem Optimismus. Solange er nicht die Worte sehe, dass Destiny 3 niemals passieren werde, wolle er weiter daran glauben.

Für ein mögliches Destiny 3 wünscht er sich vor allem eine bessere Balance zwischen den Waffen und Fähigkeiten. Er sprach von einem Verhältnis, das wieder stärker auf Gunplay setzt, ohne die besonderen Kräfte der Hüter zu verlieren.

Dieser Wunsch passt gut zu einer größeren Debatte innerhalb der Community. Viele Spieler lieben Destiny wegen seines präzisen Shootings, der starken Waffenidentität und der fulminanten Klassenfantasie. Wenn eine Seite zu stark dominiert, verliert das Spiel schnell einen Teil seiner Magie.

Auch auf Steam lässt sich diese gemischte Liebe gut erkennen. Ein Spieler mit mehr als 1.300 Stunden lobte Destiny 2 im Mai weiterhin als Meisterwerk und bezeichnete The Final Shape als wunderschönen Abschluss der Geschichte. Er kritisierte aber, dass ihn die DLCs danach nicht mehr zum Weiterspielen motiviert hätten. Das Star-Wars-Crossover empfand er als Bruch mit dem, was Destiny für ihn eigentlich ausmacht.

Destiny besitzt immer noch eine treue Fangemeinde, aber viele dieser Spieler wirken müde. Sie lieben das Grundgefühl, die Welt und das Gunplay, hadern aber mit Entscheidungen, die das Spiel für sie zunehmend von seiner eigenen Identität entfernen.

Dazu kommt Bungies schwierige Lage als Studio. Marathon wurde zwar durchaus positiv aufgenommen, scheint bislang aber nicht denselben kulturellen Sog zu erzeugen wie Destiny. Es gab in den vergangenen Jahren Entlassungen, Projektverschiebungen und viele offene Fragen rund um Sonys Strategie.

Bungie hat schon mehrere große Umbrüche überlebt. Der Wechsel von Microsoft zu Activision, später die Trennung von Activision und schließlich die Übernahme durch Sony waren jeweils gewaltige Einschnitte.

Diesmal fühlt sich die Situation aber ernster an. Destiny 2 war über Jahre das Rückgrat des Studios. Wenn dieses Rückgrat nun in den Ruhemodus geht, braucht Bungie entweder einen neuen großen Treffer oder irgendwann tatsächlich Destiny 3.

Vielleicht liegt genau dort die Chance. Ein sauberer Schnitt könnte der Reihe guttun, wenn Bungie wirklich bereit ist, alte Lasten abzuwerfen und Destiny wieder stärker auf seine besten Eigenschaften zu konzentrieren: starkes Gunplay, geheimnisvolle Welten, klare Fortschrittsziele und Momente, die sich nach echter Entdeckung anfühlen.

Quelle: PC Gamer

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