Hytale zeigt eine große, rostige Maschine mit leuchtenden Augen in einer dunklen Werkstatt, umgeben von kleinen Kreaturen und Kisten.

Hytale Kapitel 1 soll den bislang dünnen Abenteuerteil des Sandbox-RPGs erweitern. Hypixel Studios zeigt nun, woran das Team für die kommenden Monate arbeitet.

Hinter dem Vergessenen Tempel öffnet sich bald ein Weg in eine Welt, die bei jedem Besuch anders aussieht. Dort warten plündernde Goblins, fremdartige Kreaturen und eine Leere, die euch nach und nach zurückdrängt. Bis dieses Abenteuer beginnt, muss Hypixel Studios allerdings noch einige Baustellen schließen. Bei dem Ausblick handelt es sich allerdings noch nicht um eine feste Inhaltsliste. Hypixel Studios bezeichnet fast alle gezeigten Neuerungen als unfertig. Einzelne Mechaniken, Designs und Abläufe können sich daher bis zur Veröffentlichung ändern.

Hytale hat euch genug bespaßt und ihr braucht noch mehr? Es gibt noch die Minecraft-Alternative Everwind.

Hytale Kapitel 1 soll Spielern einen Grund zur Rückkehr geben

Game Director Simon Collins-Laflamme hat sich offen zum derzeitigen Zustand von Hytale geäußert. Beim Lesen fühlte ich direkt etwas Sympathie, weil ich es mag, wenn Menschen die Karten auf dem Tisch legen. Seit dem Early-Access-Start veröffentlicht das Team zwar regelmäßig Updates, neue Inhalte hielt es jedoch zunächst zurück. Die Entwickler mussten laut eigener Aussage auf einer mehr als vier Jahre alten Version aufbauen, Werkzeuge erneuern und das Team vergrößern.

Collins-Laflamme räumt ein, dass es derzeit nur wenige Gründe gebe, erneut in Hytale einzusteigen. Kapitel 1 soll den Anfang einer längeren Aufholjagd markieren. Anders als ursprünglich geplant möchte Hypixel Studios die neuen Inhalte nicht bis zu einer großen Enthüllung geheim halten. Nach der langen und schwierigen Entwicklungsgeschichte will das Team die Community nicht erneut im Dunkeln warten lassen.

Den Auftakt bildet der erste handgefertigte Dungeon. Darin erwartet euch auch der erste Bosskampf mit mehreren Phasen. Ein sogenannter Encounter Manager koordiniert dabei Gegnerwellen, Veränderungen der Arena und die einzelnen Abschnitte des Kampfes.

Die Technik steht bereits in der aktuellen Vorabversion zur Verfügung. Begegnungen entstehen als bearbeitbare Spielinhalte und nicht fest im Programmcode. Dadurch können sowohl die Entwickler als auch Modder später eigene Bosse und aufwendige Kampfszenarien entwerfen.

Goblins reißen Portale in instabile Welten

Kapitel 1 widmet sich vor allem den Goblins. Die Kreaturen treten in unterschiedlichen Größen und Rollen auf. Einige gehören zu den Elitegegnern und beherrschen besondere Angriffe. Der Feastmaster ruft beispielsweise Verstärkung, stürmt auf euch zu und richtet dabei Schäden in seiner Umgebung an.

Nicht alle Goblins wollen euch sofort an die Gurgel. Unter ihnen befinden sich auch friedliche Figuren und mindestens ein Händler. Ihre improvisierten Maschinen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Laufe des Kapitels könnt ihr unter anderem Raketenstiefel, einen mechanischen Enterhaken, einen Gleiter, einen Bohrer und ein Fernglas erhalten. Selbst ein einfaches Boot befindet sich in Arbeit.

Das größere Abenteuer beginnt im Vergessenen Tempel. Nachdem ihr dort dem ersten Ruf des Kapitels folgt, kann in eurer Welt das Ereignis Goblin Breach auftreten. Ein zeitlich begrenztes Portal führt euch daraufhin in ein instabiles Bruchstück von Orbis.

Das Gebiet entsteht bei jedem Besuch neu und kann andere Inhalte enthalten als beim vorherigen Durchlauf. Während ihr nach Beute sucht, breitet sich die Leere immer weiter aus. Bleibt ihr zu lange, schleudert sie euch zurück in eure ursprüngliche Welt.

Innerhalb dieser Bruchstücke erwarten euch weitere Aktivitäten. Ihr könnt Raubtiere verfolgen und in Fallen locken, vor Assassinen der Leere fliehen, Gegnerwellen an Schatztruhen überstehen oder Rätsel lösen. Einige Bereiche lassen sich dabei nicht einfach durch das Graben von Tunneln umgehen.

Runen verändern Fähigkeiten und reagieren auf die Umgebung

Ein neues Runensystem soll dem Kampfsystem mehr RPG-Tiefe verleihen. Ihr rüstet Fähigkeitsrunen aus, die euch aktive Angriffe gewähren. Zusätzliche Modifikatoren verändern anschließend deren Verhalten.

Ein Feuerball könnte sich dadurch in mehrere Geschosse aufteilen oder einen zusätzlichen Statuseffekt auslösen. Das klingt in meinen Augen wirklich cool. Zum Start von Kapitel 1 plant das Team ungefähr sechs Fähigkeitsrunen und eine ähnliche Anzahl an Modifikatoren.

Langfristig sollen daraus komplexere Kombinationen in Hytale entstehen. Ein Wassereffekt kann einen Gegner durchnässen, bevor ein Blitz ihn trifft. Schießt ihr einen Feuerball in den Wirbelsturm eines Mitspielers, könnte daraus ein brennender Tornado werden. Auch die Umgebung soll reagieren. Eis kann Wasserblöcke gefrieren lassen, während Feuer ein Giftfass in eine gefährliche Wolke verwandelt.

Das System befindet sich noch in einer frühen Phase. Hypixel Studios möchte keine festen Klassen vorgeben, sondern verschiedene Spielweisen ermöglichen. Später soll das Runenschmieden hinzukommen, bei dem ihr neue Runen findet, herstellt und eure Sammlung erweitert.

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, bestimmte Gegenstände mit den Händen zu tragen. Dazu gehören Truhen und explosive Fässer, die nicht in euer gewöhnliches Inventar passen. In einer späteren Version sollt ihr auf diesem Weg sogar verletzte Mitspieler aus einer gefährlichen Situation retten können.

Wenn ihr fernab von Hytale auch schaurige Abenteuer sucht, habe ich etwas für euch: Survival-Horror, Koop-Action und schräge Untoten-Ideen.

Kostenlose Mods, Hardcore und Minispiele folgen früher

Mehrere Neuerungen sollen noch vor Kapitel 1 in Hytale erscheinen. Dazu gehört ein Mod-Browser, über den ihr Erweiterungen direkt im Spiel suchen, installieren und aktualisieren könnt. Bezahlte Mods schließt Hypixel Studios für diesen Bereich aus. Langfristig sollen Spieler die Entwickler von Mods freiwillig unterstützen können, ohne deren Inhalte hinter einer Bezahlschranke zu verstecken.

Auch ein Hardcore-Modus befindet sich auf dem Weg. Der Tod bleibt dort endgültig. Verliert ihr euren Charakter, werft ihr sämtliche getragenen Gegenstände ab und verfolgt den Rest der Welt als Zuschauer. Der dazugehörige Zuschauermodus erlaubt den Wechsel zwischen anderen Spielern und eine frei bewegliche Kamera. Beide Funktionen sollen solo, im Koop und auf eigenen Servern verfügbar sein.

Abseits des normalen Erkundungsmodus entsteht zudem eine Sammlung kurzer Minispiele in Hytale. Derzeit arbeitet das Team an 14 Varianten, die jeweils ungefähr 60 bis 120 Sekunden dauern. Über einen eigenen Menüpunkt sollt ihr gemeinsam mit Freunden schnell einer Lobby beitreten können.

Hypixel Studios will den Programmcode und die verwendeten Materialien dieser Minispiele später öffentlich bereitstellen. Modder und Serverbetreiber sollen darauf aufbauen und eigene Varianten erschaffen können.

Kapitel 1 von Hytale soll innerhalb der nächsten Monate erscheinen

Hypixel Studios rechnet derzeit mit einer Veröffentlichung von Kapitel 1 innerhalb der kommenden zwei bis drei Monate. Einen festen Termin kann ich euch noch nicht mitteilen.

Der Mod-Browser, Hardcore, der Zuschauermodus und bewegliche Plattformen sollen bereits innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen mit Update 6 folgen. Für die Minispiele und tragbaren Objekte nennt das Team ebenfalls einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten.

Andere Projekte benötigen mehr Zeit. Die Entwickler arbeiten an einer neuen Weltgenerierung mit besseren Höhlen, Dungeons, Dörfern, Straßen und Flüssen. Kubische Weltabschnitte könnten langfristig nahezu unbegrenzte Höhen und Tiefen ermöglichen. Auch das Crafting, die Tierwelt, Begleiter für eure Siedlung und die hauseigenen Animationswerkzeuge werden überarbeitet.

Kapitel 1 wird Hytale daher nicht auf einen Schlag fertigstellen. Der Ausblick zeigt aber, wie Hypixel Studios aus der technischen Grundlage ein umfangreicheres Sandbox-RPG formen möchte. Mal schauen, was letztendlich daraus wird. Mehr von Quest Knight findet ihr auch auf YouTube. Dort geht es um neue Spiele, spannende Entdeckungen und Eindrücke, die nach dem Spielen hängen bleiben.

Quelle: Simon von Hytale

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