Spielfigur steht in einem futuristischen Raumschiff vor einem holografischen Modell des Sonnensystems.

The Expanse: Osiris Reborn führt Owlcat Games auf ungewohntes Terrain. Trotz des großen Umschwungs sollen Gaming-Freunde komplexer Rollenspiele immer noch auf ihre Kosten kommen.

Owlcat Games ist eigentlich für Rollenspiele bekannt, in denen ihr Charakterbögen studiert, Entscheidungen abwägt und euch durch ganze Textberge arbeitet. Mit Pathfinder und Warhammer 40.000: Rogue Trader hat das Studio so seine treue Spielgemeinde aufgebaut.

The Expanse: Osiris Reborn nimmt einen anderen Pfad ins Visier. Deckungskämpfe, eine Third-Person-Kamera und eine filmische Inszenierung erinnern nicht ohne Grund an Mass Effect. Wer deswegen das Ende der bisherigen Hardcore-RPGs befürchtet, darf jedoch aufatmen.

Neben The Expanse: Osiris Reborn kommt noch ein anderer möglicher Sci-Fi-Knaller heraus. Exodus zeigte neue Szenen aus dem Stealth-Gameplay. Diese Gameplay-Happen sind vom April 2026.

Owlcat hält an komplexen CRPGs fest

Zum zehnjährigen Bestehen des Studios sprach Creative Director und Mitgründer Alexander Mishulin über die Vergangenheit und Zukunft von Owlcat Games. Seine Botschaft an langjährige Fans fällt eindeutig aus.

„Wir werden weiterhin CRPGs entwickeln, weil wir sie lieben“, erklärte Mishulin. Das Studio wolle nicht auf der Stelle treten und stattdessen unterschiedliche Arten von Rollenspielen ausprobieren. Die gewählte Form soll jeweils zu den Ideen und Geschichten des Projekts passen.

Owlcat möchte weder sämtliche kommenden Spiele nach demselben Schema entwickeln noch die eigenen Wurzeln abschneiden. Geschichten, Begleiter sowie große und kleine Entscheidungen sollen auch dann bedeutungsvoll sein, wenn sich Kamera und Kampfsystem verändern.

Diese Aussage sollte Spieler beruhigen, die mit Pathfinder: Kingmaker, Pathfinder: Wrath of the Righteous oder Rogue Trader zum Studio gefunden haben. Alle drei Titel realisieren umfangreiche Regelsysteme, Gruppen aus mehreren Figuren und Entscheidungen mit weitreichenden Folgen.

Osiris Reborn verlangt völlig neue Fähigkeiten

The Expanse: Osiris Reborn ist für Owlcat weit mehr als ein CRPG mit neuer Kameraperspektive. Mishulin bezeichnet das Projekt als große Abkehr von der bisherigen Arbeitsweise. Das Team musste unter anderem einen neuen technischen Unterbau, Deckungskämpfe und veränderte Produktionsabläufe erlernen.

Da das Action-RPG viel filmischer ausfällt, baute Owlcat sogar eine eigene Abteilung für Zwischensequenzen auf. Auch die Autoren mussten ihre Geschichten anders strukturieren. Laut Mishulin arbeitet das Studio noch daran, die neue Erzählweise zu verfeinern.

Trotzdem sollen bekannte Stärken erhalten bleiben. Begleiter reisen nicht nur als schmückendes Beiwerk mit euch, was ich persönlich auch abtörnend finden würde. Zwei Crewmitglieder kämpfen direkt an eurer Seite, während andere aus der Entfernung Systeme ausschalten oder Gegner ablenken. Ihr könnt Beziehungen aufbauen, Vertrauen verlieren und mit euren Entscheidungen den Verlauf der Geschichte verändern.

Der häufige Vergleich mit Mass Effect stammt allerdings von Medien und Spielern, nicht von Owlcat selbst. PC Gamer bezeichnet Osiris Reborn sogar zugespitzt als möglichen „Mass-Effect-Killer“. Das Studio verspricht dagegen ein Action-RPG im Universum von The Expanse, das trotz der neuen Spielweise nach einem typischen Owlcat-Abenteuer wirken soll.

Ihr erstellt dafür einen eigenen Captain von der Erde, dem Mars oder aus dem Asteroidengürtel. Nach einem Zwischenfall auf Eros gerät eure Figur in eine Verschwörung, die sich über das gesamte Sonnensystem erstreckt. Bestätigte Schauplätze sind unter anderem der Mars, der Mond, Ceres und Ganymed.

Aus 15 Entwicklern wurden mehr als 600 Teammitglieder

Die neue Ausrichtung wäre für das frühere Owlcat kaum möglich gewesen. Das Studio begann laut Mishulin mit ungefähr 15 Personen. Inzwischen spricht der Creative Director von mehr als 600 Teammitgliedern. Durch das Wachstum kann Owlcat inzwischen zwei große eigene Rollenspiele nebenbei entwickeln.

Neben Osiris Reborn entsteht Warhammer 40.000: Dark Heresy. Das rundenbasierte CRPG bleibt wesentlich näher an Rogue Trader und schickt euch als Mitglied der Inquisition auf die Jagd nach Verrat, Korruption und Ketzerei. Ermittlungen, schwierige Entscheidungen und zahlreiche mögliche Folgen bilden dort erneut einen wichtigen Teil des Abenteuers.

So versucht Owlcat eine Aufteilung, die BioWare einst mit Mass Effect und Dragon Age gelang. Ein Team entwickelt ein zugänglicheres Action-RPG mit filmischer Präsentation, während das andere beständig eine komplexe Rollenspielerfahrung für die bisherige Zielgruppe baut. Wir werden sehen, ob ihnen das gelingt. Jedenfalls schätze ich diese Herangehensweise, weil ich selbst Spiele wie Dragon Age: Origins oder Mass Effect vermisse.

The Expanse: Osiris Reborn soll im zweiten Quartal 2027 erscheinen. Zumindest vorerst müssen sich Hardcore-RPG-Fans also keine Gedanken darüber machen, dass Owlcat sämtliche Charakterbögen gegen Deckungsmauern und Sturmgewehre eintauscht. Freut ihr euch über den neuen Kurs oder sollte Owlcat lieber ausschließlich bei seinen komplexen CRPGs bleiben? Und denkt immer daran. Immer schön weiterquesten. 

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Quelle: PC Gamer und PCGamesN-Interview

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