The Witcher 4 dürfte CD Projekt Red einen ordentlichen Batzen Geld kosten. Trotzdem möchte das Studio nicht erst den Rotstift zücken und anschließend ein Spiel um das verbleibende Budget herumzimmern. Die Qualität gibt den Kurs vor, nicht die Excel-Tabelle. GTA 6 liefert dafür den Vergleich.
Große Rollenspiele kosten heute Summen, bei denen selbst ein Hexer zweimal auf den Vertrag schauen würde. CD Projekt Red will bei The Witcher 4 trotzdem nicht zuerst den Taschenrechner zücken und danach entscheiden, was vom Spiel noch übrig bleibt.
Joint-CEO Michał Nowakowski sagt im Interview mit The Game Business sinngemäß, dass ein Projekt dieser Größe nicht funktioniert, wenn bei jeder Entscheidung zuerst das Budget den Ton angibt.
Auf The Witcher 4 müssen wir wohl noch etwas warten. Ein Release im Jahr 2028 wird inzwischen immer wahrscheinlicher.
Bei The Witcher 4 steht die Qualität vor dem Budget
Natürlich kann CD Projekt Red das Budget nicht komplett ignorieren. Nowakowski sagt selbst, dass auch ein großes Studio am Ende wirtschaftlich arbeiten muss.
Bei The Witcher 4 soll der Taschenrechner trotzdem nicht bestimmen, was ins Spiel darf. Zuerst zählt für ihn, ob das Rollenspiel die Qualität erreicht, die CD Projekt Red und die Fans vom nächsten großen Witcher erwarten.
Grenzen hat das Budget trotzdem. Läuft die Entwicklung darüber hinaus, muss das Studio reagieren und prüfen, was das für das Projekt bedeutet. Ein Spiel, das von Anfang an nur um eine möglichst günstige Produktion herumgebaut wird, möchte CD Projekt Red aus The Witcher 4 aber nicht machen.
Für kleinere oder anders ausgerichtete Projekte kann so ein Kurs laut Nowakowski vollkommen sinnvoll sein. Bei einem Spiel mit den Ansprüchen von The Witcher 4 würde er dagegen zu viele Fesseln anlegen.
Klein fällt das Projekt ohnehin nicht aus. Mehr als 500 Entwickler arbeiten inzwischen daran, und Ciri soll mit dem Spiel eine neue Witcher-Saga eröffnen.
CD Projekt zieht sogar GTA 6 zum Vergleich heran
Nowakowski greift im Interview ausgerechnet zu einem Spiel, das selbst für gigantische Produktionskosten bekannt ist. Er ist sich nach eigener Aussage zu 100 Prozent sicher, dass Rockstar bei GTA 6 ebenfalls nicht zuerst fragt, wie sich das Spiel möglichst billig bauen lässt.
Das heißt natürlich nicht, dass The Witcher 4 automatisch in derselben Budgetliga spielt. Eine Zahl zu den Entwicklungskosten nennt Nowakowski natürlich nicht.
Sein Punkt ist ein anderer. Wer ein Prestigeprojekt dieser Größenordnung bauen will, kann nicht bei jeder kreativen oder technischen Entscheidung zuerst den Taschenrechner danebenlegen. Sonst bestimmt irgendwann das Budget, was vom Spiel überhaupt noch übrig bleibt.
Einen Geldspeicher wie Dagobert Duck hat CD Projekt Red trotzdem nicht im Keller. Budgets bleiben kontrolliert und besitzen Grenzen. Die Reihenfolge soll nur eine andere sein. Erst muss die Qualität stimmen, danach muss das Studio dafür sorgen, dass sich das Ganze wirtschaftlich tragen lässt.
CD Projekt will künftig mehrere große Spiele gleichzeitig stemmen
Hinter Nowakowskis Aussagen steckt noch ein größerer Umbau bei CD Projekt Red.
Jahrelang konzentrierte sich das Studio im Kern auf ein großes Spiel nach dem anderen. Inzwischen laufen mit The Witcher 4, Cyberpunk 2 und der neuen Marke Project Hadar gleich mehrere große Produktionen parallel.
Nowakowski möchte CD Projekt Red so in die Lage versetzen, schneller neue Geschichten zu veröffentlichen, ohne die Qualität dafür auf dem Altar des Zeitplans zu opfern.
Die einzelnen Spiele entstehen in getrennten Teams mit eigener Leitung und eigener kreativer Richtung. Gleichzeitig will sich das Studio nicht übernehmen. Projekte und Ideen fliegen auch wieder vom Tisch, wenn CD Projekt Red nicht glaubt, ihnen genug Aufmerksamkeit geben zu können.
In dieses Bild passt auch der Abschied von der REDengine. Für neue Spiele musste die hauseigene Technik laut Nowakowski immer wieder stark umgebaut und teilweise neu aufgezogen werden. Mit der Unreal Engine 5 soll sich die technische Basis leichter zwischen mehreren Projekten teilen lassen, ohne jedes Mal wieder bei null anzufangen.
Einen Blankoscheck bekommt The Witcher 4 deswegen trotzdem nicht. CD Projekt Red dreht die Reihenfolge nur um. Nicht das möglichst kleine Budget soll bestimmen, welches Spiel am Ende herauskommt. Erst soll die Vision stehen, danach muss das Studio sie wirtschaftlich auf die Straße bekommen.
Neue Gaming-Videos, Shorts und persönliche Eindrücke findet ihr auf meinem YouTube-Kanal Quest Knight. Für neue Artikel gibt es außerdem meinen Newsletter direkt ins Postfach. Und vergesst nicht: Immer schön weiterquesten.
Quelle: thegamebusiness
Fallout ist endlich zurück, aber ausgerechnet diese Pläne lassen mich kalt
Fallout 3 und New Vegas sollen als Remaster zurückkehren. Eigentlich ist das eine gute Nachricht….
Xbox-Umstrukturierung 2026 erklärt: Warum Microsoft jetzt Studios abstößt
Die Xbox-Umstrukturierung 2026 ist kein normaler Sparkurs. Microsoft trennt sich von Studios, kürzt Strukturen und…
Stronghold 4 Demo gespielt: Viel Potenzial, aber noch kein Selbstläufer
Kürzlich habe ich die Demo von Stronghold 4 durchgespielt und meine Gedanken via YouTube geteilt….

