Sony schiebt PlayStation immer stärker in Richtung digitaler Verkäufe. Neue Schätzungen zu Spider-Man 2, Astro Bot und anderen großen Spielen zeigen aber, dass die gute alte Disc beim Geldverdienen noch lange nicht zum alten Eisen gehört.
Wer seine PlayStation-Spiele lieber ins Regal stellt, ist noch lange kein Exot. Bei Sonys großen Singleplayer-Titeln landet laut neuen Marktdaten weiterhin ordentlich Geld über physische Exemplare in der Kasse.
Downloads haben für Sony trotzdem einen Vorteil, den keine hübsche Spielehülle wettmachen kann. Digital verkaufte Exemplare lassen dem Konzern einfach mehr vom Umsatz übrig.
Spider-Man 2 soll mehr als ein Drittel des Umsatzes mit Discs verdient haben
Sony drängt seine Spieleverkäufe immer stärker in Richtung digital. Die Disc lässt sich deswegen aber noch lange nicht beerdigen.
Nach Schätzungen von Alinea Analytics, die GamesRadar aufgegriffen hat, soll Marvel’s Spider-Man 2 etwa 1,2 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt haben. Rund 35 Prozent davon sollen auf physische Verkäufe entfallen. Da reden wir nicht über ein bisschen Kleingeld aus dem Spieleladen, sondern über mehrere hundert Millionen Dollar mit Discs.
Bevor Sony gedanklich schon die Disc-Millionen stapelt, kommt noch die Fußnote. **Sony und Insomniac haben diese Zahlen nicht bestätigt.** Alinea selbst beziffert den geschätzten Gesamtumsatz von Spider-Man 2 inzwischen auf etwa 1,3 Milliarden Dollar über mehrere Plattformen. Die Werte sind also eine Marktanalyse und keine offizielle Abrechnung aus Sonys Kasse.
Astro Bot kratzt bei Discs sogar an 50 Prozent
Spider-Man 2 ist kein Einzelfall. Bei mehreren großen Singleplayer-Spielen landet noch mehr Umsatz über die Disc in Sonys Kasse.
Bei Astro Bot sollen es laut Alinea etwa 47 Prozent sein. Stellar Blade kommt auf 43 Prozent, Death Stranding 2 auf 42 Prozent und Ghost of Yotei auf 38 Prozent. Fast jeder zweite Umsatz-Euro bei Astro Bot hängt also noch an einem Stück Plastik im Regal.
Helldivers 2 tanzt aus der Reihe. Dort sollen physische Exemplare nur etwa acht Prozent des Umsatzes ausmachen. Dafür gibt es einen möglichen Grund. Alinea zufolge ließ Sony vor dem überraschenden Erfolg des Spiels nur eine begrenzte Menge an Disc-Versionen produzieren.
Sony verdient digital mehr
Für Sony ist nicht jeder verkaufte Dollar gleich wertvoll. Analyst Rhys Elliott von Alinea nennt dafür einen einfachen Grund. Bei einer Disc verdienen Händler mit, außerdem kosten Produktion, Verpackung und Vertrieb Geld.
Im PlayStation Store bleibt ein größerer Teil des Umsatzes direkt bei Sony. Noch wichtiger ist für Elliott aber die Kontrolle. Digitale Verkäufe laufen komplett über Sonys eigenes System.
Dazu kommt der Gebrauchtmarkt. Eine Disc könnt ihr nach dem Durchspielen verkaufen, verleihen oder später günstig gebraucht kaufen. Sony schaut bei diesem zweiten Verkauf nur noch zu und verdient keinen Cent daran.
Höhere Margen, mehr Kontrolle und kein Gebrauchtmarkt machen digitale Spiele für Sony also deutlich attraktiver.
Für Spieler sieht die Rechnung natürlich anders aus. Eine Disc gehört euch physisch, lässt sich weitergeben und landet nach dem Abspann nicht zwangsläufig als digitaler Staubfänger in eurer Bibliothek.
Sony mag die Disc aus geschäftlicher Sicht weniger lieben. Die Spieler haben ihr das Trennungsschreiben aber noch lange nicht unterschrieben.
Noch mehr von Quest Knight gibt es auf YouTube. Dort landen News, Shorts und Videos zu Spielen, die mich gerade beschäftigen. Wer auch beim Blog nichts verpassen möchte, kann zusätzlich meinen Newsletter abonnieren. Und vergesst nicht: Immer schön weiterquesten.
Quelle: GamesRadar

