Among Us: Bunte Crewmates sitzen an Tischen und diskutieren miteinander, während ein orangefarbener Spieler auf einen anderen zeigt.

521 Tage lang war eine Jugendliche aus den USA verschwunden. Dann nahm sie über das Onlinespiel Among Us Kontakt zu einem anderen jungen Menschen auf. Aus einer Unterhaltung zwischen zwei Spielern entwickelte sich eine Spur, die dem FBI half, die Jugendliche zu finden.

Mehr als 17 Monate lang wusste die Familie einer 17-Jährigen aus Utah nicht, wo sie war. Seit Mai 2025 galt sie als vermisst. Niemand wusste, wo sie festgehalten wurde oder wie es ihr ging.

Am 1. November 2026 endete die Suche. Ermittler fanden die Jugendliche in einem Haus im Bundesstaat Oregon und nahmen einen 39-jährigen Mann fest.

Der Hinweis, der sie schließlich auf ihre Spur brachte, begann ausgerechnet in Among Us. Dort hatte die Jugendliche Kontakt zu einem anderen jungen Menschen aufgenommen und von ihrer Situation erzählt. Dieser nahm ihre Nachrichten ernst und holte Hilfe.

Eine Begegnung in Among Us führt zur Rettung

Nach Informationen von Newsweek und Kotaku überließ der mutmaßliche Entführer der Jugendlichen irgendwann ein Mobiltelefon. Eine SIM-Karte oder Mobilfunkverbindung hatte das Gerät nicht, über WLAN konnte es aber ins Internet.

So gelangte die 17-Jährige zu Among Us. Normalerweise versuchen Spieler dort herauszufinden, wer heimlich die Gruppe sabotiert. Für die Jugendliche wurde eine Partie jedoch zum Kontakt nach draußen.

Sie lernte einen anderen minderjährigen Spieler kennen. Aus dem Gespräch entwickelte sich weiterer Kontakt, und die beiden wechselten schließlich auf eine andere Plattform.

Dort erzählte die Jugendliche, was mit ihr geschehen war. Ein Mann halte sie gegen ihren Willen in einem Haus in Oregon fest. Nach mehr als 500 Tagen fürchtete sie sogar, dass die Polizei längst nicht mehr nach ihr suchen könnte.

Tatsächlich liefen die Ermittlungen weiter. Das FBI und örtliche Behörden beschäftigten sich seit mehr als einem Jahr mit dem Vermisstenfall und prüften zahlreiche Hinweise.

Der andere Spieler behielt die Geschichte nicht für sich. Er wandte sich an ein Elternteil, und von dort gelangten die Informationen zum FBI.

Am 1. November kam schließlich ein Videoanruf mit der vermissten Jugendlichen zustande. Ermittler hörten mit, während sie ihre Lage beschrieb und Hinweise gab, mit denen sich ihr Aufenthaltsort eingrenzen ließ.

Noch am selben Tag fanden Einsatzkräfte die 17-Jährige in Huntington im Bundesstaat Oregon und brachten sie in Sicherheit.

FBI nimmt 39-Jährigen fest

Der Fall reicht bis in den Mai 2025 zurück. Die Jugendliche war damals 15 Jahre alt und hatte laut den Ermittlern über soziale Medien Kontakt zu einem erwachsenen Mann aufgenommen.

Dieser soll nach Utah gefahren sein, sie abgeholt und anschließend in sein Haus nach Oregon gebracht haben. Dort habe er sie gegen ihren Willen festgehalten sowie körperlich und sexuell misshandelt.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den 39-jährigen Adam Hunter Harmel. Die Polizei nahm ihn am 1. November bei einer Verkehrskontrolle fest.

Am 4. November bestätigte das US-Justizministerium die Anklage. Harmel wird vorgeworfen, eine Minderjährige über Bundesstaatsgrenzen transportiert zu haben, um sexuelle Handlungen mit ihr vorzunehmen.

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Für Harmel gilt die Unschuldsvermutung.

Das FBI beschäftigt sich bei dem Fall auch mit der Frage, wie Minderjährige über Gaming-Plattformen und soziale Netzwerke angesprochen und manipuliert werden können.

Among Us war nach den bisherigen Berichten nicht die Plattform, über die der Verdächtige ursprünglich Kontakt zu der Jugendlichen aufgenommen hatte.

Bei ihrer Rettung wurde das Spiel trotzdem wichtig. Dort erreichte sie einen anderen jungen Menschen, der ihre Nachrichten ernst nahm und sich an seine Familie wandte.

Nach 521 Tagen ist die Jugendliche wieder in Sicherheit. Ein anderer Spieler glaubte ihr, holte Hilfe und brachte damit die Ermittlungen ins Rollen.

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Quellen: US-Justizministerium | Associated Press | Kotaku

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