Gothic 1 Remake zeigt sein überarbeitetes Kampfsystem genauer. Statt Soulslike-Standard konzentriert sich Alkimia Interactive auf Richtungseingaben, Animationen und Charakterentwicklungen.
Gothic 1 Remake hat uns Spielern kurz vor Release mehr gezeigt. Nachdem ein früheres Entwicklertagebuch bereits Unterschiede zum Original erklärte, dreht sich diesmal alles um das Kampfsystem. Das neue Material wirkt dabei deutlich runder als frühere Eindrücke, vor allem weil Treffer, Animationen und Feedback im Kampf viel besser zusammenfinden. Zumindest ist das mein Eindruck.
Übrigens habe ich mich kürzlich mehr mit dem Franchsie befasst. Gothic verstand etwas, das viele moderne RPGs verloren haben.
Gothic 1 Remake setzt nicht auf den üblichen Soulslike-Baukasten
Alkimia Interactive möchte offenbar nicht einfach einem modernen Standard folgen. Das Kampfsystem verzichtet auf den heute weit verbreiteten Aufbau aus leichten und schweren Angriffen, wie man ihn aus vielen Soulslikes kennt. Stattdessen orientiert sich Gothic 1 Remake stärker am ursprünglichen Gothic-Gefühl. Die Kämpfe sollen leicht zu verstehen bleiben, aber genug Eigenheiten besitzen, um sich von anderen Action-RPGs abzuheben.
Dafür wurden neue Bewegungen per Motion Capture aufgenommen. Spieler sollen stärker auf Animationen achten und Waffen nicht nur anhand ihrer Werte bewerten. Entscheidend ist also nicht bloß, welche Klinge den höheren Schaden verursacht, sondern auch, wie sich ihre Angriffe bewegen und ob sie zum eigenen Spielstil passen. Das passt gut zu einem System, das weiterhin auf Richtungseingaben setzt. Wer Gegner liest, ihre Angriffsmuster erkennt und die richtigen Momente nutzt, soll belohnt werden.
Ganz ohne moderne Beweglichkeit bleibt das Remake aber nicht. Eine Ausweichrolle ist ebenfalls dabei, damit Spieler gefährlichen Angriffen entgehen können. Wichtig wird nun, ob diese Rolle das alte Gothic-Gefühl ergänzt oder zu stark in Richtung moderner Action-RPGs verschiebt. Ich finde es aber persönlich sehr gut, weil die alten Gothic-Spiele etwas zu langsam sind. Das Kampfsystem war in meinen Augen nie die große Stärke, sondern eher die Atmosphäre oder die rauen Sprüche. Das Gothic 1 Remake kann hier einiges besser machen.
Gothic-Alternative gefällig? Ein neues Rollenspiel lässt euch wieder selbst denken. Gut, ganz neu ist es nicht mehr, aber es kam letztes Jahr im November 2025 heraus.
Kämpfen sollen sich fortschrittlich anfühlen
Toll finde ich die Idee, dass sich die eigenen Kampfanimationen mit dem Spielerlevel verändern. Je erfahrener der Charakter wird, desto sauberer und geübter sollen seine Bewegungen wirken. Es erinnert mich ein wenig an Kingdom Come: Deliverance. Da hatte man als Heinrich am Anfang auch kaumj gute Bewegungen drauf. Dieses Feature passt bestens zu Gothic.
Im Original war es bereits ein starkes Gefühl, anfangs wie ein unbeholfener Niemand zu kämpfen und später langsam sicherer, stärker und kontrollierter zu werden. Man war nicht von Anfang an ein Held. Man musste sich diesen Status erst verdienen. Wenn das Gothic 1 Remake diesen Gedanken sichtbar in Animationen übersetzt, könnte daraus eines der immersiveren Fortschrittssysteme des Spiels werden. Ein Levelaufstieg wäre dann nicht nur eine Zahl im Menü, sondern direkt im Kampf lesbar.
Auch die Tutorials sollen stärker zur Welt passen. Statt große Einblendungen auf den Bildschirm zu werfen, werden Erklärungen in Dialoge eingebettet. Das klingt nach einer kleinen Entscheidung, kann aber viel für die Atmosphäre tun. Gothic lebte immer davon, dass die Welt nicht wie ein Tutorial-Spielplatz wirkte. Wenn euch jemand im Lager erklärt, wie ihr besser kämpft, fühlt sich das natürlicher an als ein UI-Fenster, das euch mitten aus der Szene reißt.
Das neue Kampfsystem muss sich am Ende natürlich selbst beweisen. Aber der Ansatz wirkt vielversprechend. Das Gothic 1 Remake scheint nicht einfach moderne Trends nachzubauen, sondern versucht, das alte Gefühl von Lernen, Scheitern und Besserwerden in ein zeitgemäßes System zu übertragen. Ich bin gespannt, was uns in der nächsten Woche wirklich erwartet.
Quelle: THQ Nordic Inside und Gothic Game via YouTube
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