Mit einem KI-Experiment könnt ihr Alabastia beziehungsweise Pokémon anders erleben als im ursprünglichen Spiel. Bei Bisasam, Glumanda und Schiggy gerät das vermeintliche 3D-Remake jedoch aus den Fugen. Es sieht nicht wirklich einladend aus, wenn ich es vorsichtig formuliere.
Für viele Spieler begann mit der Wahl zwischen Bisasam, Glumanda und Schiggy eine jahrzehntelange Reise. Die drei Starter warteten im Labor von Professor Eich und ließen noch nicht erahnen, wie groß Pokémon einmal werden würde. Ich erinnere mich gern an die gute alte Zeit zurück. Wie oft habe ich damals mit meiner Kindheitsfreundin draußen gespielt und mir vorgestellt, ein richtiger Pokémon-Trainer zu werden. Aber gut, zurück zum Thema.
Ein neues KI-Video versucht nun, diese bekannte Szene als dreidimensionales Erlebnis aus der Ego-Perspektive nachzubauen. Das Ergebnis erinnert weniger an ein aufwendiges Remake als an einen schlecht gelaunten Traum, aus dem selbst die Pokémon möglichst schnell entkommen möchten.
Wer statt verzerrter KI-Starter lieber funktionierende Monsterfang-Abenteuer sucht, findet in meiner Liste der besten Pokémon-Alternativen zahlreiche Spiele mit eigenen Kreaturen und Ideen.
Pokémon: Das KI-Video führt euch durch Alabastia
Das rund 72 Sekunden lange Video stammt vom X-Nutzer Paulius und wurde am 30. Juli 2026 veröffentlicht. Es orientiert sich an den Anfängen von Pokémon Rot und Grün, die 1996 in Japan für den Game Boy erschienen. Die westliche Veröffentlichung folgte später mit Pokémon Rot und Blau.
Statt die Spielfigur aus der bekannten Vogelperspektive zu steuern, blickt ihr im Video durch deren Augen. Der Weg führt durch ein tristes Alabastia und schließlich in das Labor von Professor Eich. Gebäude, Wege und Figuren besitzen einen dreidimensionalen Stil, verändern ihre Form während der Bewegung aber immer wieder.
Im Labor stehen die drei Pokébälle für die Wahl des ersten Begleiters bereit. Nacheinander erscheinen Bisasam, Glumanda und Schiggy. Spätestens dort entwickelt sich die technische Demonstration zum unfreiwilligen Gruselfilm. Ich musste schlucken, als ich das sah.
Die drei Starter haben wenig mit ihren Vorbildern gemeinsam
Bisasam kommt noch vergleichsweise glimpflich davon. Das Pflanzen-Pokémon blickt mit roten Augen und einem regungslosen Gesicht in die Kamera. Seine Proportionen wirken allerdings bereits verzerrt und verändern sich während der kurzen Aufnahme.
Glumanda trifft es härter. Der Körper des Feuer-Pokémon wirkt ungleichmäßig zusammengesetzt, während einzelne Merkmale zwischen den Bildern ihre Form verlieren. Von der freundlichen Echse aus den Spielen bleibt dadurch nicht viel übrig.
Schiggy setzt dem Video schließlich die Krone auf. Das Wasser-Pokémon springt mit unnatürlichen Bewegungen aus seinem Ball, nimmt eine steife Haltung ein und trägt ein breites Grinsen. Seine dunklen Augen und die wechselnden Gesichtszüge lassen es eher wie einen Gegner aus einem Horrorspiel erscheinen. Selbst Paulius beschrieb das KI-Schiggy anschließend als einen Anblick, der ihn nicht mehr loslässt.
GamesRadar reagierte ähnlich auf das Experiment. Die Redaktion bezeichnet die Szene als verstörend und sieht vor allem in den drei Startern den Moment, in dem das Video endgültig in Richtung Albtraum kippt.
Laut dem Ersteller entstanden keine eigenen 3D-Modelle
Paulius schreibt, dass Claude Opus 5 die Szene anhand einer Vorlage des KI-Unternehmers Matt Shumer erzeugt habe. Sämtliche Bildpunkte sollen von der KI stammen. Eigene 3D-Modelle oder andere eigens angefertigte Grafikelemente seien nicht verwendet worden. Von außen lässt sich diese Angabe allerdings nicht unabhängig überprüfen.
Das erklärt zumindest einige der Fehler. Ein typisches 3D-Spiel verwendet feste Modelle, Texturen und Animationen. In dem KI-Video muss das System die Figuren dagegen von Bild zu Bild neu darstellen. Körperteile verändern sich dadurch, Oberflächen flackern und Gesichter behalten ihre Form nicht durchgehend.
Trotz des verstörenden Ergebnisses möchte der Ersteller das Experiment weiterentwickeln. In einem späteren Beitrag stellte Paulius eine spielbare Fassung in Aussicht. Mehr als diese Ankündigung gibt es bisher jedoch nicht. Eine offizielle Verbindung zu Nintendo, Game Freak oder The Pokémon Company besteht nicht.
Als technische Demonstration zeigt das Video, wie weit KI-Systeme bei der Erzeugung zusammenhängender Szenen gekommen sind. Für ein überzeugendes Pokémon-Remake reicht das Ergebnis aber in meinen Augen noch lange nicht. Bisasam, Glumanda und Schiggy dürften in ihren alten Game-Boy-Sprites besser aufgehoben sein.
Wie findet ihr das KI-Experiment? Ist das Ergebnis auf eine schräge Art unterhaltsam oder sollten die drei Starter schnell wieder im Pokéball verschwinden? Mehr Gaming-Inhalte von Quest Knight findet ihr auch auf YouTube. Dort teile ich News, Shorts und persönliche Eindrücke zu aktuellen Spielen, die mich gerade beschäftigen.
Quelle: GamesRadar
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