Ein ehemaliger Skyrim-Designer hält Mass Effect 5 für eine Chance zum Umdenken. Er empfiehlt Lehren aus Baldur’s Gate 3 und eine offenere Spielstruktur, ohne die Identität der Reihe aus den Augen zu verlieren.
Wie soll sich Mass Effect 5 weiterentwickeln? Diese Frage begleitet die Reihe seit Jahren. Nun hat sich mit Bruce Nesmith ein Branchenveteran zu Wort gemeldet, der für den nächsten Teil eine modernere spielerische Ausrichtung ins Gespräch bringt.
Abseits von BioWares Zukunftsplänen gab es zuletzt auch Neuigkeiten zu einem anderen Sci-Fi-Spiel. COR3: Erster Trailer zeigt rätselhaften Sci-Fi-Shooter mit Tarkov-Verbindung.
Was Bruce Nesmith kritisiert und sich für Teil 5 wünscht
In einem Interview erklärte Nesmith, dass ihn die Mass-Effect-Reihe trotz starker Figuren und gut geschriebener Geschichten spielerisch oft enttäuscht habe. Aus seiner Sicht fühlten sich die Spiele häufig wie aus einer früheren Generation an. Die Systeme seien solide gewesen, aber nicht auf der Höhe ihrer Zeit.
Für Mass Effect 5 wünscht sich der ehemalige Bethesda-Veteran deshalb eine stärkere Orientierung an modernen Rollenspielkonzepten. Als positives Beispiel nennt er Baldur’s Gate 3, das gezeigt habe, wie gut tiefgreifende Systeme, Entscheidungsfreiheit und reaktive Spielwelten funktionieren können. Gleichzeitig plädiert Nesmith dafür, Mass Effect offener zu denken und sich stellenweise an der Designphilosophie von Bethesda-Spielen wie The Elder Scrolls V: Skyrim zu orientieren.
Dabei betont er, dass er kein vollständiges Umschwenken zu einer klassischen Sandbox erwartet. Vielmehr gehe es um umfangreiche Inhalte, mehr spielerische Freiheit und ein Science-Fiction-RPG, das sich mechanisch zeitgemäß anfühlt. Laut Nesmith seien viele Fans genau nach so einer Erfahrung hungrig.
Mass Effect 5 muss sich selbst erfinden
Zuletzt geriet BioWare mit Dragon Age: The Veilguard stark in die Kritik. Auf Metacritic liegt die User-Wertung aktuell bei 4.0 Punkten. In meinen Augen nicht unbegründet. Das Spiel leidet unter bemerkbaren Gameplay-Schwächen und greift Themen auf, die für mich nicht in ein klassisches Dark-Fantasy-Universum passen. BioWare steht damit erneut vor der Frage, worin die eigenen Stärken eigentlich noch liegen. Eine Rückbesinnung fällt allerdings schwer, denn das Studio ist längst nicht mehr das Team von früher.
Was die ursprüngliche Mass Effect-Trilogie betrifft, gehe ich mit der Einschätzung von Bruce Nesmith nur bedingt mit. Gerade die vergleichsweise schlauchigen Level und die klare Struktur machen diese Spiele für mich bis heute so stark. Sie überfrachten ihre Welten nicht, sondern konzentrieren sich auf Figuren, Entscheidungen und Geschichten.
Ich spiele die Reihe derzeit erneut und natürlich merkt man ihr das Alter an. Die Synchronisation wirkt stellenweise hölzern, Animationen sind selbst in der Legendary Edition sichtbar aus der Zeit gefallen. Das gilt besonders für den ersten Teil, der inzwischen fast 20 Jahre alt ist.
Mass Effect 2 gilt dennoch zurecht als eines der besten Rollenspiele aller Zeiten. In Sachen Inszenierung, Tempo und Fokus könnten sich einige Bethesda-Titel für meinen Geschmack durchaus eine Scheibe abschneiden. Beim Vergleich mit Baldur’s Gate 3 gehe ich in einzelnen Punkten mit, etwa was Entscheidungsfreiheit und Systemtiefe angeht. Am Ende bleibe ich jedoch bei dem Gedanken aus der Überschrift: Mass Effect 5 muss sich nicht an anderen orientieren, sondern seinen eigenen Weg finden. Wie denkt ihr darüber? Und habt ihr Hoffnung für Mass Effect 5?
Quelle: GamesRadar
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