Masahiro Sakurai hat Kirby erschaffen und mit Super Smash Bros. eine der größten Nintendo-Reihen aufgebaut. Generative KI kommt ihm bei seiner eigenen Arbeit trotzdem nicht ins Haus. Hierbei geht es ihm nicht nur darum, ob künstlich erzeugte Bilder gut oder schlecht aussehen.
Künstliche Intelligenz kann heute in Sekunden Bilder ausspucken, Texte formulieren oder Ideen für Spielmechaniken heraushauen. Dinge, für die früher Stunden oder Tage draufgingen, entstehen locker nach ein paar Eingaben. Masahiro Sakurai lässt bei seiner eigenen Arbeit trotzdem die Finger davon. Der Schöpfer von Kirby und Super Smash Bros. sagt, dass er generative KI bislang überhaupt nicht nutzt.
Bei einer Bühnenveranstaltung zum 40-jährigen Jubiläum der Famitsu am 7. November 2026 erklärte der 56-Jährige, warum er sich dagegen entschieden hat. Er verwendet KI nicht einmal als Sparringspartner für eigene Ideen oder neue Konzepte. Auch bei Kirby Air Riders und seinen früheren Spielen sei generative KI außen vor geblieben.
Sakurai misstraut KI-Bildern und fürchtet die Ausbeutung kreativer Arbeit
Bei KI-generierten Bildern fehlt Sakurai vor allem eines: Vertrauen.
Er macht sich Gedanken darüber, wessen kreative Arbeit in solche Systeme eingeflossen ist und ob Künstler oder Unternehmen dabei ausgenutzt werden könnten. Eine neue Technologie wäre für ihn kein Gewinn, wenn andere dafür den Preis zahlen.
Beim eigentlichen Entwickeln sieht Sakurai derzeit keinen Grund, der KI das Denken zu überlassen. Menschen können seiner Ansicht nach noch immer bessere kreative Lösungen finden, wenn sie selbst tüfteln, etwas verwerfen und neue Ideen ausprobieren.
Deswegen arbeitet er lieber an einer eigenen Lösung, statt sich Vorschläge von einer generativen KI ausspucken zu lassen. Schreibt Sakurai jetzt die künstliche Intelligenz komplett ab? Nein. Er selbst hält Abstand davon, sieht zugleich aber eine andere Entwicklung in der Spielebranche, bei der KI künftig durchaus wichtig werden könnte.
Selbst Millionen verkaufte Spiele können Verluste einfahren
Sakurai sieht noch ein ganz anderes Problem auf die Spielebranche zukommen: Die Entwicklung moderner Games wird immer teurer. Teilweise reichen laut ihm selbst mehrere Millionen verkaufte Exemplare nicht mehr aus, damit sich ein Projekt am Ende überhaupt rechnet.
Größere Welten, immer aufwendigere Technik und ein gewaltiger Berg an Inhalten verschlingen Zeit und Geld. Studios müssen Wege finden, ihre Arbeit effizienter zu machen, ohne dabei die kreative Arbeit einfach an Maschinen abzugeben. Hier wird die Sache für Sakurai kompliziert.
Er möchte Künstler und andere Kreative nicht ausbeuten und traut generativer KI bei der eigentlichen Gestaltung bislang nur begrenzt über den Weg. Er glaubt aber auch nicht, dass Studios neue Technologien einfach ignorieren können, während die Produktionskosten immer weiter steigen.
Einfach so weitermachen wie bisher ist in seinen Augen ebenfalls nicht die beste Lösung. Wo KI bei der Spieleentwicklung bereichernd ist, weiß Sakurai selbst noch nicht. Dafür sind ihm zu viele Fragen ungeklärt. Er tastet sich lieber langsam an das Thema heran, statt sofort jeden neuen KI-Trend mitzunehmen.
Vielleicht tut sich hier eine schwierige Frage auf: Wie viel Arbeit darf uns eine Maschine abnehmen, bevor irgendwann zu wenig vom Menschen selbst übrig bleibt?
Ich persönlich finde den Einsatz von KI nicht schlimm. Problematisch wird es für mich erst, wenn sich Menschen fast vollständig darauf ausruhen und selbst kaum noch etwas erschaffen. KI kann ein Werkzeug sein. Sie sollte nur nicht zum Ersatz für jede eigene Idee werden.
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Quelle: Famitsu

