NieR: Automata zeigt 2B mit verbundenen Augen, schwarzem Outfit und Schwert in einer grünen, überwucherten Umgebung.

Physische Spiele verschwinden zunehmend aus den Regalen. NieR-Schöpfer Yoko Taro stimmt diese Entwicklung traurig. Ich kann seine Gedanken gut nachvollziehen.

Physische Spiele könnten schon bald zu einer Seltenheit werden. Für viele Käufer ist das lediglich die logische Folge einer digitalen Zukunft. Doch mit den Verpackungen aus dem Regal könnte mehr verschwinden als ein nostalgisches Sammlerstück.

Physische Spiele: Yoko Taro bedauert das Ende

Sony will ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc veröffentlichen. PlayStation-Disc-Produktion wird sogar langsam umgebaut. Auch Nintendo setzt bei einigen Titeln für die Switch 2 auf Game-Key Cards, die lediglich den Download eines Spiels freischalten.

Diese Entwicklung beschäftigt nun auch Yoko Taro. Der Schöpfer von NieR: Automata zeigte zunächst seine physische Ausgabe von Hi-Fi Rush und erklärte anschließend, dass ihn der Verlust physischer Medien traurig stimme.

Taro hatte erwartet, dass Publisher trotz wachsender Download-Verkäufe zumindest teure Sammlereditionen weiterhin mit einer Disc oder einem Modul ausliefern würden. Inzwischen glaubt er jedoch, dass er mit dieser Einschätzung falschlag. Auch die Game-Key Cards der Switch 2 empfindet er als verwirrend, da sich trotz einer Verpackung nicht das vollständige Spiel auf dem Datenträger befindet.

Mit den Discs verschwindet ein Stück Freiheit

Ich sehe die Entwicklung ähnlich wie Yoko Taro. Natürlich verändert sich die Welt. Downloads sind bequem, Spiele lassen sich innerhalb weniger Minuten kaufen und niemand muss auf eine Lieferung warten. Trotzdem sollte Fortschritt nicht automatisch bedeuten, dass ältere Möglichkeiten vollständig verschwinden.

Mit einem physischen Spiel können Käufer verschiedene Händler und Preise vergleichen. Sie können es verleihen, weiterverkaufen oder gebraucht erwerben. Bei einem rein digitalen Angebot fällt diese Wahl weg. Die Kunden sind dann an einen einzigen Store, dessen Preise und dessen langfristige Verfügbarkeit gebunden.

Sony begründet den Schritt mit dem veränderten Kaufverhalten. Im Geschäftsjahr 2025 entfielen rund 80 Prozent der vollständigen Spielverkäufe des Unternehmens auf Downloads. Ab Januar 2028 sollen neue PlayStation-Spiele deshalb nur noch digital erhältlich sein. Bereits veröffentlichte oder vorher für Disc angekündigte Titel betrifft die Umstellung nicht.

Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich diese Entscheidung verstehen. Herstellung, Verpackung und Vertrieb kosten Geld. Für Verbraucher erkenne ich darin jedoch kaum einen Vorteil. Sie verlieren eine Möglichkeit, während die Kontrolle des Plattformbetreibers wächst. Auch günstigere Angebote verschiedener Händler, der Gebrauchtmarkt und das einfache Verleihen an Freunde könnten verschwinden.

Nicht jede alte Möglichkeit muss verschwinden

Ich kaufe selbst viele Spiele digital, sogar fast nur noch über Steam. Über Konsole sieht es anders aus, da greife ich meistens physisch zu, weil es da noch möglich ist. Ich möchte diese Entscheidung weiterhin selbst treffen können. Eine Disc ist nicht nur ein nostalgischer Gegenstand im Regal. Sie steht auch für Wahlfreiheit und dafür, ein gekauftes Spiel unabhängig von einem einzelnen digitalen Geschäft weitergeben zu können.

Vielleicht lässt sich der Wandel nicht mehr aufhalten. Das bedeutet aber nicht, dass wir jede Entwicklung widerstandslos als Fortschritt betrachten sollten. Manche Dinge verdienen es, erhalten zu bleiben, selbst wenn die Mehrheit inzwischen einen anderen Weg wählt. Yoko Taro scheint die Hoffnung auf eine solche Zukunft langsam zu verlieren. Ich hoffe noch, dass nicht alle Hersteller denselben Weg einschlagen. Sind physische Spiele in euren Augen nur noch ein Relikt oder möchtet ihr sie auch erhalten? Mehr von Quest Knight findet ihr auch auf YouTube. Dort geht es um neue Spiele, spannende Entdeckungen und Eindrücke, die nach dem Spielen hängen bleiben.

Quelle: GamesRadar

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