Sony stellt seine PlayStation-Disc-Produktion langsam um. Im österreichischen Thalgau soll das Volumen ab 2028 massiv sinken, während neue Bereiche aus dem Boden gehebelt werden.
Thalgau ist ein Standort von Sony DADC. Laut ORF Salzburg produziert das Werk derzeit rund 600.000 Discs pro Tag, etwa die Hälfte davon für PlayStation. Ab 2028 soll das Produktionsvolumen jedoch auf nur noch rund zehn Prozent des heutigen Umfangs sinken. Die rund 300 Mitarbeiter sollen nicht abgebaut, sondern umgeschult werden.
Nicht nur bei Sony entsteht ein Wandel, sondern auch beim grünen Lager. Die Xbox-Konsolen werden teurer und die Richtung ist bitter.
Thalgau wird von Discs auf Mikrolinsen umgestellt
Die Umstellung folgt kurz nach Sonys offizieller Ankündigung, ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf physischen Discs zu veröffentlichen. Neue Spiele sollen dann nur noch digital erscheinen, entweder im PlayStation Store oder über Händler in digitaler Form. Bereits veröffentlichte Disc-Spiele sind davon nicht automatisch betroffen, aber für kommende PlayStation-Neuerscheinungen markiert die Entscheidung einen deutlichen Schnitt.
Thalgau ist für diese Entwicklung bedeutend, weil der Standort laut Sony DADC auf die Massenproduktion physischer Datenträger für Spiele, Video und Musik ausgelegt ist. The Verge berichtet unter Berufung auf ORF Salzburg, dass Thalgau inzwischen Sonys einziges vollständig eigenes Disc-Werk ist. Früher produzierte Sony auch in den USA, unter anderem im Werk Terre Haute im Bundesstaat Indiana. Diese Produktion wurde 2022 nach Österreich verlagert, ein weiteres Werk in New Jersey war bereits 2011 geschlossen worden.
Statt Discs sollen in Thalgau in der Zukunft optische Mikrolinsen wichtiger werden. Laut The Verge investiert Sony rund 30 Millionen Euro in diesen Bereich. Die Technik kann unter anderem in Autos, Headsets und anderen optischen Systemen genutzt werden. Für Sony ist das also nicht nur ein Rückzug aus einem alten Markt, sondern auch der Versuch, den Standort auf ein anderes Geschäftsfeld umzustellen.
Es ist schlau, die Kapazitäten für einen anderen Bereich zu nutzen und natürlich ist es toll, dass die Mitarbeiter nicht komplett ihre Jobs verlieren. Der wahre Verlierer ist am Ende in meinen Augen der Gebrauchtmarkt. Zwar kaufe ich selbst selten mittlerweile physisch, weil ich primär mit meinem PC spiele, aber trotzdem ist es ein Nachteil für alle Spieler. Ich kann mich noch erinnern, wie ich damals Demon’s Souls gebraucht für knapp 30 Euro gebraucht gekauft habe, anstatt den Vollpreis zu zahlen. Leider wird so etwas bald der Vergangenheit angehören, was vor allem für Menschen schlimm ist, die weniger Geld verdienen.
Neben der Marktentscheidung von Sony geschieht noch etwas anderes: PS Plus Essential startet im Juli 2026 mit drei neuen monatlichen Spielen.
Der Digitalwechsel von Sony beschert uns PS6-Hinweise
Sony begründet das Ende neuer PlayStation-Discs mit verändertem Kaufverhalten. Digitale Spiele seien inzwischen stärker gefragt als physische Datenträger. Das betreffe nicht nur Videospiele, sondern die gesamte Unterhaltungsbranche. Für viele Spieler ist die Entscheidung trotzdem schwer zu schlucken, weil physische Spiele weiterhin Vorteile haben: Weiterverkauf, Verleihen, Sammeln, Besitzgefühl und weniger Abhängigkeit von digitalen Stores. Ich habe oben nicht umsonst erwähnt, dass gerade ärmere Menschen darunter leiden. Aber auch Menschen, denen Freiheit wichtig ist, können nicht darüber hinwegsehen.
An der Börse wurde die Entscheidung laut Investing.com positiv aufgenommen. Die Sony-Aktie legte nach der Ankündigung zu, während der japanische Technologiesektor insgesamt schwächer lief. Gut, so genau blicke ich da nicht durch, weil ich nicht weiß, wie die Zusammenhänge ineinander wirken, aber abwarten.
Cool ist der Hinweis auf die nächste Konsolengeneration. Analyst Piers Harding-Rolls von Ampere sieht in der Entscheidung laut Berichten ein Fünkchen Hoffnung, dass die PlayStation 6 frühestens Ende 2028 erscheinen dürfte. Außerdem hält er es für wahrscheinlich, dass zumindest das Standardmodell der PS6 kein integriertes Disc-Laufwerk mehr besitzt. Das ist keine offizielle Ankündigung, passt aber zur Richtung, die Sony nun einschlägt.
Sony beendet nicht einfach nur eine einzelne Fertigungslinie, sondern bereitet seine Infrastruktur auf eine Zukunft vor, in der neue Spiele praktisch vollständig digital verkauft werden. Für Sammler, Gebrauchtkäufer und Spieler mit schlechter Internetverbindung ist das eine bittere Entwicklung. Mehr von Quest Knight gibt es auch auf YouTube. Dort spreche ich über aktuelle Spiele, kleine Entdeckungen und News, die mir im Kopf bleiben.
Quelle: theverge und PlayStation.Blog
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